Parallelbiografien
Serbien – Deutschland

Judith, Sozialarbeiterin, Berlin


Lisa: Wann hast du ungefähr die Entscheidung getroffen, dass du diesen Beruf ergreifen möchtest? Gab es einen Grund oder ein ausschlaggebendes Ereignis, das deine Entscheidung beeinflusst hat, diesen Weg einzuschlagen?

Judith: Ich bin in einer Kleinstadt groß geworden, in Emmerich am Niederrhein, und hatte vier Geschwister. Sozialarbeit gab es in unserer Stadt nur im Rahmen der Kirche. Meine Eltern waren sehr eng mit der Kirche verbunden, oder, sagen wir mal so, sehr katholisch. Und so war auch ich in der KjG, der Katholischen jungen Gemeinde, was mir gut gefallen hat, vor allem, wenn man zusammen weggefahren ist. Ich leitete eine Mädchengruppe und das hat mir auch sehr gefallen. Besonders beeindruckt hat mich die Fahrt nach Gerleve. Das ist ein Kloster, ein Benediktinerkloster. Da gab es so etwas wie Selbstfindungskurse, Gespräche über uns selbst, über das Leben und über den lieben Gott. Daran war ich sehr interessiert. Wir hatten dann in Emmerich eine Zelle, so hatten wir das damals genannt.

Wir waren ungefähr 10 Jugendliche, die dort hingefahren sind, unter anderem auch zwei meiner Brüder, und das hat meine Selbstfindung sehr positiv beeinflusst. Das hat mich auch dazu bewogen, mit Menschen zusammenarbeiten zu wollen. Mein Bruder hat Sozialpädagogik in Münster studiert und ich habe ja diese Mädchengruppe gehabt. Beides hat mich inspiriert, etwas im sozialen Bereich zu machen. Hier in Berlin habe ich dann nach meinem Abitur ein einjähriges Praktikum in Heiligensee gemacht. Das war ein heilpädagogisches Heim. Dann habe ich überlegt, in Münster Sozialarbeit an der Katholischen Fachhochschule zu studieren. Dafür habe ich auch das Praktikum im heilpädagogischen Heim gebraucht. Daraufhin habe ich mich beworben und einen Studienplatz bekommen. Mir hat aber jemand gesagt: „Studiere doch lieber Erziehungswissenschaften an der TU. Dann hast du mehr Möglichkeiten.“ Dann habe ich mich an der TU, der ehemaligen PH, beworben und auch hier einen Studienplatz gekriegt. Außerdem ist das Künstlerische ein bisschen mein Steckenpferd, weshalb ich mich auch an der HDK für Industriedesign beworben hatte. Dafür brauchte man keine große Mappe. Man musste nur drei Sachen abgeben und dort noch drei Tage lang irgendwelche Sachen entwerfen. Da wäre ich auch angenommen worden, habe mich aber doch für das Studium der Sozialpädagogik an der TU entschieden. Es war ja, wie gesagt, auch mein Wunsch, mit Menschen zu arbeiten.

Lisa: Wie ist es dazu gekommen, dass du speziell mit Frauen arbeitest?

Judith: Ich bin durch mein Praktikum nach Berlin gekommen und bin hier geblieben, habe geheiratet und mich dann auch wieder scheiden lassen. Ich habe fünf Kinder. Nach meinem Uniabschluss habe ich erst in Spandau gearbeitet und dort eine ABM-Stelle bekommen. Es war schwierig, denn damals hatte ich bereits zwei Kinder. Ich heiratete dann auch wieder. Das Jugendamt hatte einen Außenbezirk in Haselhorst und da war es meine Aufgabe, mit kurdischen und türkischen Frauen Sprachkurse zu machen und mit ihnen Gespräche zu führen. Mit den Kindern hatten wir auch eine Mädchengruppe. Wir sind dann auch mal ins Kino gegangen. Ja, das war Sozialarbeit und Pädagogik mit türkischen und kurdischen Frauen. Für zwei Jahre bin ich da sozusagen reingerutscht und es hat mir sehr gut gefallen. Danach habe ich noch ein drittes und ein viertes Kind gekriegt. Ich muss da noch etwas erwähnen. Das Thema meiner Diplomarbeit war „Theaterprojekte mit Ausländern: Eine Möglichkeit der Integration“. Als ich daran arbeitete, habe ich meinen zweiten Mann kennengelernt. Meine Kinder haben einen türkischen Hintergrund. Das war auch ein Grund, aus dem ich mich immer mehr zu diesem Bereich hingezogen gefühlt habe. Wir waren in den Ferien oft in der Türkei, sind da rumgefahren und haben auch seine Familie besucht. Ich habe auch Türkisch gelernt, das ich jetzt nicht perfekt kann – beraten kann ich natürlich nicht – aber leichtere Sachen kann ich schon ausdrücken. Ich habe mich dann nach Frauenprojekten umgeschaut und mich hier vorgestellt. Erst arbeitete ich in der Kinderbetreuung, aber als dann eine Kollegin kündigte bzw. hier eine halbe Stelle frei wurde, kam ich hierher. Seit 1994 arbeite ich hier. Da war mein vierter Sohn gerade zwei Jahre alt, noch nicht ganz zwei Jahre. Hier gefällt es mir sehr gut. Wir machen Beratung, Anti-Gewalt-Beratung. Schon immer hatten wir Deutsch-Alphabetisierungskurse für Frauen und damals war das auch ein guter Treffpunkt für Mädchen. Das Projekt ist entstanden, weil die Schule hier nebenan für Mädchen und Frauen eine kleine Insel schaffen wollte, damit auch Mädchen und Frauen sich treffen können. Das gab es hier in der Umgebung vorher nicht und viele durften oder wollten auch nicht in ein Jugendheim oder in eine gemischte Unterkunft. So ist das entstanden. Die Sozialpädagogin und die Lehrerinnen der Schule haben dieses Projekt organisiert und ich bin dann zehn Jahre nach der Entstehung dazugestoßen und das ist eigentlich mein Traumberuf.

Lisa: Du würdest ihn also noch einmal ergreifen?

Judith: Ja. Das ist schon toll, weil heute speziell auch Mädchen mit einem arabischen und türkischen Hintergrund ein bisschen benachteiligt sind. Wir machen auch Beratungen bei drohender Zwangsverheiratung oder wenn es schon dazu gekommen ist. Ich erinnere mich daran, dass damals, vor rund 25 Jahren, regelmäßig ein Mädchen in unsere Mädchengruppe kam. Sie kam nach dem Urlaub wieder hierher und es ging ihr ganz schlecht. Sie erzählte, dass sie sich umbringen wollte, weil sie ihren Cousin heiraten musste. Das wollte sie erst nicht. Als sie dann aber von der Familie derart bedrängt wurde – das mit dem Umbringen hatte nicht geklappt –, willigte sie ein, auf dem Papier zu heiraten. Nach einem Jahr durfte er dann her, was sie nicht wollte. Sie war erst sechzehn. Sie konnte dann auch nichts mehr essen und wir haben sie erst einmal in eine Klinik gebracht und dort mit den Ärzten geredet. Die Ärzte redeten dann auch auf die Eltern ein, sagten, dass das total schädlich für ihre Tochter ist, wenn sie das weiterverfolgen. Das war so eine Familie, wo der Großvater der Clan- oder Familienführer war und wollte, dass die Tochter von dem einen Sohn und der Sohn von dem anderen Sohn heiraten. Das waren also Cousin und Cousine, die als Kinder einander versprochen wurden und auf jeden Fall heiraten sollten, weil somit das Familienvermögen zusammenbleibt und weil er [der Großvater] es so wollte. Deswegen haben die Eltern es dann auch so gemacht. In der Türkei wurde das Mädchen zur Ehe gezwungen. Wir haben uns erkundigt, wie wir diese Ehe auflösen können, und so einfach ist das gar nicht.  Unser Verein hat auch nicht viel Geld, weshalb wir Bittbriefe geschrieben haben, unter anderem auch an die katholische Kirche, und die hat uns den Anwalt in der Türkei bezahlt, damit sich das Mädchen scheiden lassen konnte. Wir haben sie begleitet und ihr ging es dann auch besser. Sie hat auch immer wieder gesagt: „Wenn ihr nicht gewesen wärt, würde ich nicht mehr leben.“ Es gibt uns ein gutes Gefühl, dass wir ein wenig Unterstützung und Hilfestellung bieten können. Wir haben hier auch eine Schülerarbeitsgruppe für Mädchen und eine Lernförderungsgruppe, die von Studentinnen geführt wird. Momentan können wir das an zwei Nachmittagen anbieten. Die Mädchen in der Gruppe werden dadurch so motiviert, dass sie auch das Abitur anstreben oder zumindest die MSA. Sie motivieren sich gegenseitig. Das ist eine stabile Gruppe, die schon lange besteht, es kommen aber auch neue dazu. Letztens hat mich eine junge Frau auf der Straße angesprochen und gemeint: „Du bist doch Judith. Ich war in dieser Schülerarbeitsgruppe. Das hatte mir damals sehr geholfen und jetzt studiere ich Luft- und Raumfahrttechnik. Ohne die Gruppe hätte ich das nicht geschafft.“

Lisa: Von den Frauen, denke ich, fühlst dich auf jeden Fall geschätzt.

Judith: Ja.

Lisa: Wie ist das gesellschaftlich?

Judith: Wir sind hier ein Netzwerk und innerhalb des Netzwerks schätzen wir uns alle sehr. Was nicht geschätzt wird, ist die Bezahlung. Wir wurden lange Zeit untertariflich bezahlt, weil wir von der Senatsverwaltung für Frauen gefördert werden, die eben auch keinen so großen Finanzierungspott hat und um die 54 Projekte finanziert. Die Mieten werden teurer, auch alles andere wird teurer, ganz zu schweigen von der Euroumstellung. Die Tariferhöhungen haben da nicht mitgemacht. Aber in den letzten zwei Jahren hat der Gesamtbereich der Frauenprojekte immer wieder gesagt, dass es tarifmäßig nicht gerecht ist. Mit Erfolg, wir haben jetzt eine Aufstockung gekriegt. Sozialarbeit wird aber generell nicht so gut bezahlt. Sie müsste viel besser honoriert werden. Das wäre auch für die Gesellschaft wichtig. Wenn man diesen Job hätte und gut verdienen könnte, dann würden es auch mehr Leute machen.  

Lisa: Der Aussage entnehme ich, dass du dich vom Staat nicht angemessen honoriert fühlst?

Judith: Ja. Aber von der Senatsverwaltung kriegen wir ganz gutes Feedback.

Lisa: Das ist auch ein Job, der wahrscheinlich oft in das Persönliche übergeht. Ist dir das manchmal auch zu viel. Fühlst du dich manchmal müde oder nicht wohl?

Judith: Wir hatten ganz, ganz lange nur halbe Stellen für dieses Projekt. Dadurch, dass ich verheiratet war und meine Kinder hatte, ging das auch. Eine halbe Stelle ist halt nicht eine ganze. Natürlich musste ich auch lernen, die Sachen hier zu lassen, also ein dickeres Fell zu bekommen. Bei manchen Beratungen erfährt man, dass die Mädchen in schwierigen familiären Verhältnissen leben, eventuell eingesperrt oder auch geschlagen werden. In solchen Fällen denke ich dann persönlich „Wow, sie muss doch da raus.“  Ich kann ihnen das aber nicht so sagen, sondern ihnen nur die Möglichkeiten aufzeigen, die sie haben, hier in Berlin und außerhalb. Mit anderen Worten: Was können sie machen, um da herauszukommen. Wir schauen erst einmal, ob es innerhalb der Familie Unterstützung gibt, ob die Person auch in der Familie bleiben könnte. Dann muss das Mädchen selber entscheiden, ob es aus der Familie weggeht, wobei wir sie dann auch unterstützen, oder ob sie doch dableibt. Ich musste auch lernen zuzulassen, was das Mädchen entscheidet.  Sie sind ja nicht klein – sieben oder acht oder so – sondern bereits 13, 14, 15 Jahre alt. Es ist auch so, dass viele wieder zurückgehen, weil sie es nicht aushalten, alleine klar kommen zu müssen. Sie bekommen zwar Unterstützung, aber das kann keine Familie ersetzen, etwa in Bezug auf das Ausmaß an Liebe. Außerdem sind diese Mädchen ja auch so groß geworden, dass nicht sie selbst, sondern andere für sie entscheiden. Viele sind dann nicht so stark und viele haben ja auch Geschwister, die sie lieben.

Lisa: Wie ist das Verhältnis von Beruf und Freizeit? Geht das bei dir ineinander über? Hast du Hobbys?

Judith: Früher haben wir hier auch künstlerisch etwas gemacht, aber jetzt nicht mehr. Das hat sich verändert. Wir sind mit den Kindern auch immer in die Türkei gefahren. So lernt man die Kultur näher kennen. Die Freizeit vermischt sich mit dem Beruf. Wenn jemand Probleme hat und zu mir kommt, sage ich nicht: „Ich habe jetzt Freizeit.“ Ich helfe und unterstütze.  Ich habe aber natürlich auch Hobbys. Ich habe gepaddelt, habe einen Garten, habe angefangen zu reiten und eben das Künstlerische.

Milica: Würdest du sagen, dass deine Arbeit auch gefährlich ist bzw. sein kann?

Judith: Das ist schon gefährlich. Wenn die Frauen zu uns in die Beratung kommen, dann achten sie auch darauf, dass das die Männer nicht mitkriegen, weil sie sonst Gewalt in der Familie erfahren würden. Wir achten darauf, dass wir dem Mann nicht bekannt werden. Dadurch, dass die Frauen in die Deutschkurse gehen, wissen die Männer nicht, dass wir sie auch beraten. Bei den Mädchen ist es so, dass sie während der Unterrichtzeit eine Beratung machen. Dadurch sind wir nicht im Fokus. Auf der Webseite steht schon, dass wir Anti-Gewalt-Beratungen und Beratungen zur Zwangsverheiratung machen. Ich glaube aber, das sehen sie sich nicht so detailliert an.  

Lisa: Es ist dann also nicht so, dass es sich herumspricht.

Judith: Vor 35 Jahren ist einmal ein Mann mit einer Pistole in die Beratungsstelle, die vor dieser Beratungsstelle hier war, reingekommen und hat eine Beraterin angeschossen. Auch das könnte passieren, wenn es ganz fanatische Familien sind.

Milica: Gab es solche Situationen, seitdem du hier arbeitest?

Judith: Wir haben solche Sachen noch nicht mitgekriegt. Trotzdem bin ich vorsichtig und würde kein Mädchen mit in meine Wohnung nehmen. Das ist gefährlich, nicht nur für mich, sondern auch für meine Kinder. Es gibt auch Frauenhäuser und andere Einrichtungen, wo die Frauen geschützt werden und anonym sind. An diese vermitteln wir die Frauen dann weiter.

Lisa: Bestimmt deine Arbeit deine Identität, wer du bist? Wie hoch ist der Anteil deiner Arbeit an deiner Gesamtbiografie?

Judith: Schon wie ich sozialisiert wurde, war entscheidend: Mit vier Geschwistern, meine Eltern waren gläubig, meine Teilnahme an den Selbsthilfeseminaren und die dortige Beschäftigung mit Fragen wie „Wer bin ich?“, „Was ist für mich wichtig?“, „Was bedeutet Gott für mich?“ – in Bezug darauf habe ich ja meine Arbeit ausgesucht. Mir war es auch nicht wichtig, viel zu verdienen, und auch alle meine Geschwister haben einen sozialen Beruf. Ich habe auch fünf Kinder, die mir sehr wichtig sind. Sie sind bereits erwachsen. Trotzdem habe ich engen Kontakt zu ihnen. Der Familienzusammenhalt ist sehr groß. Für mich ist die Familie wichtig und das gebe ich in meiner Arbeit auch weiter.  Innerhalb der Arbeit haben wir auch Netzwerke mit anderen Projekten, die ähnliche Arbeit leisten, und wir treffen uns regelmäßig. Der Anteil ist sehr hoch, aber trotzdem habe ich auch Sachen, die nur für mich sind.

Lisa: Der Beruf passt also zu deiner Persönlichkeit?

Judith: Ja.

Sandra: Fühlst du dich manchmal unterfordert oder überfordert in deinem Beruf?

Judith: Nein, aber mich stört, dass die Verwaltungsarbeit immer aufwändiger wird. Die Anträge werden komplizierter, man muss viel mehr nachweisen und ganz viele Tabellen führen. Mit dem neuen Datenschutzgesetz kommt wieder sehr viel mehr Verwaltungsarbeit auf uns zu. Das schluckt viele Stunden, die dann bei der Beratung fehlen. Es nervt ein bisschen, dass es immer mehr und mehr wird.     

Lisa: Bist du glücklich in deinem Beruf?

Judith: Ja. Ich finde auch, jeder sollte sich bei der Berufsfindung überlegen, dass er etwas macht, was ihm gut liegt und Spaß macht, dass er nicht unbedingt etwas nimmt, mit dem man vielleicht sehr viel Geld verdient, das aber keinen Spaß macht. Denn, wenn man es länger macht, dann braucht man auch den Spaßfaktor.

Lisa: Gibt es einen anderen Beruf, den du hättest machen wollen?   

Judith: Ja, ich hätte ja auch Industriedesign machen können. Ich bin ja sehr künstlerisch und manchmal denke ich, dass das auch nicht schlecht gewesen wäre. In den letzten zehn Jahren – ich bin jetzt 59 – habe ich auch bemerkt, dass die Energie etwas nachlässt. In ein paar Jahren gehe ich in Rente und irgendwann kriegen meine Kinder auch Kinder. Diese Sachen würde ich gerne noch erleben.

Liza/Milica/Sandra: Danke!


Judit, socijalna radnica, Berlin


Liza: Kada si odlučila da želiš da se baviš ovim poslom? Da li je postojao neki razlog ili neki presudan događaj koji je uticao na tvoju odluku da kreneš tim putem?

Judit: Odrasla sam u malom gradu, Emerih na Rajni, i imam četvoro braće i sestara. Socijalni rad je u našem gradu postojao samo u okviru crkve. Moji roditelji su bili privrženi crkvi ili, recimo, bili su verni katolici. Stoga sam i ja bila član udruženja „Katolička crkva mladih” [nem. KjG], što mi se veoma dopadalo, a pre svega, zajednička putovanja. Vodila sam jednu grupu devojčica, što mi se, takođe, veoma dopalo. Putovanje u manastir Gerleve ostavilo je na mene poseban uticaj. To je benediktinski manastir. Tamo su nudili neku vrstu kurseva samospoznaje, razgovore o nama, o životu i o dragom Bogu. To me je veoma zainteresovalo. U Emerihu smo imali još nešto što smo zvali ćelija. Bilo nas je oko 10 mladih, među njima i dva moja brata, i to je veoma pozitivno uticalo na našu samospoznaju. Sve to je rodilo želju da radim sa ljudima. Moj brat je studirao socijalnu pedagogiju u Minsteru, a ja sam imala svoju grupu devojčica. Obe stvari su me inspirisale da radim nešto u oblasti socijalnog rada. Ovde u Berlinu sam nakon mature odradila jednogodišnju praksu u Hajligenzeu, u jednom medicinsko-pedagoškom domu. Nakon toga sam imala nameru da studiram socijalni rad na Katoličkoj stručnoj visokoj školi. Za to mi je bila potrebna praksa u medicinsko-pedagoškom domu. Konkurisala sam i dobila studijsko mesto. Neko mi je, međutim, rekao: „Bolje je da studiraš pedagogiju na Tehničkom univerzitetu [u Berlinu]. To ti nudi više mogućnosti“. Prijavila sam se na TU, bivšu pedagošku visoku školu, i dobila sam studijsko mesto. Sem toga me isto interesuje umetnost, zbog čega sam se prijavila za smer Industrijski dizajn na Univerzitetu umetnosti (nem. HDK). Za to nije bilo potrebno priložiti opširan portfolio. Trebalo je predati samo tri stvari i tokom trodnevnog prijemnog ispita napraviti nešto. Tu bi me, takođe primili, ali sam ipak odlučila da studiram socijalnu pedagogiju na Tehničkom univerzitetu, jer, kao što sam već rekla, imala sam želju da radim sa ljudima.

Liza: Kako je došlo do toga da radiš isključivo sa ženama?   

Judit: Radi prakse sam došla u Berlin, ostala ovde, udala se i razvela. Imam petoro dece. Nakon završetka fakulteta sam prvo rado mesto dobila u Špandauu. Bilo je teško, jer sam tada imala već dvoje dece. Zatim sam se ponovo udala. Kancelarija za mlade je imala ogranak u Hazelhorstu i tu mi je bio zadatak da držim jezičke kurseve kurdskim i turskim ženama i da vodim razgovore sa njima. Radila sam i sa jednom grupom devojčica. Išli smo u bioskop. Takoreći sam tada neplanirano počela sa socijalnim radom sa kurdskim i turskim ženama i to mi se veoma svidelo. Nakon toga sam dobila treće i četvoro dete. Moram još nešto da napomenem. Tema mog diplomskog rada bila je „Pozorišna pedagogija sa strancima: jedna mogućnost integracije“. Dok sam pisala rad, upoznala sam svog drugog muža. Moja deca imaju, dakle, i tursko poreklo. To je bio isto razlog zašto me je ta oblast privlačila. Često smo na raspust odlazili u Tursku, putovali i posetili njegovu porodicu. Naučila sam i turski, ali ne znam ga perfektno – ne mogu da vodim komplikovanije razgovore, ali umem da izgovorim jednostavnije reči. Tražila sam projekat sa ženama i predstavila se ovde. Prvo sam radila sa decom, ali nakon što je jedna koleginica dala otkaz, odnosno, kada se oslobodilo mesto sa pola radnog vremena, premestila sam se ovde. Radim ovde od 1994. godine. Tada je moj četvrti sin imao dve godine, odnosno, još nije bio napunio dve godine. Ovde mi se veoma dopada. Bavimo se savetovanjem protiv nasilja. Oduvek nudimo kurseve za žene za opismenjavanje na nemačkom jeziku i već tada je ovo bilo mesto za okupljanje devojka. Projekat je nastao, jer je škola koja se nalazi pored nas htela da pruži ženama i devojkama utočište gde bi se one mogle sastajati. Pre projekta tako nešto ovde nije postojalo, a mnogi nisu smeli ili nisu hteli da idu u Ustanove za mlade ili neku drugu ustanovu gde su bili pripadnici oba pola. Stoga je ovo nastalo. Socijalni pedagozi i učiteljice škole su pokrenule projekat, a ja sam im se pridružila deset godina nakon njegovog postojanja i ovo je moj posao iz snova.

Liza: Ti bi, dakle, ponovo odabrala ovaj posao?

Judit: Da! To jeste dobar posao, jer su danas posebno devojke arapskog ili turskog porekla pomalo zapostavljene. Mi nudimo savetovanja prilikom opasnosti od prinudnog braka ili ukoliko se to već desilo. Sećam se situacije pre 25 godina. Jedna devojka je redovno dolazila kod nas, a kada je nakon raspusta ponovo došla, delovala je jako loše. Poverila nam se da želi da se ubije zato što je morala da se uda za svog rođaka. Ona to nije želela, ali ju je porodica pritiskala, a samoubistvo nije uspelo i pristala je da se uda za njega na papiru. Nakon godinu dana on je ovde dobio boravišnu dozvolu, ali ona nije želela da on dođe. Imala je šesnaest godina, izgubila apetit, nije mogla da jede. Odveli smo ju u bolnicu i razgovarali sa doktorima. Doktori su zatim razgovarali sa roditeljima i objasnili im koliko bi to štetilo njihovoj kćerci ukoliko bi oni i dalje insistirali na svemu. U toj porodici je deda bio glava porodice i želeo je da se uzmu kćerka jednog sina i sin drugog sina, dakle, brat i sestra drugog kolena koji su jedno drugome bili već kao deca obećani i, pošto je on [deda] tako želeo, morali su da stupe u brak kako bi porodični kapital ostao u porodici, a roditelji su bili poslušni. U Turskoj su devojku prinudili na brak. Raspitali smo se kako bi se taj brak mogao poništiti i to i nije bilo baš tako lako. Naše udruženje nije imalo dovoljno novca i slali smo molbe, među ostalima, i katoličkoj crkvi koja je platila advokata u Turskoj kako bi devojka mogla da se razvede. Pratili smo je i nakon toga joj je bilo ponovo bolje. Stalno je ponavljala: „Da vas nije bilo, ja više ne bih bila živa“. Dobro se osećamo kada možemo da pružimo podršku i pomoć. Imamo, takođe, radne grupe za devojke u okviru kojih im se nudi pomoć u učenju  i koje vode studentkinje. Trenutno smo u mogućnosti da ih održimo dva puta nedeljno u popodnevnim časovima. Devojke budu toliko motivisane da požele da završe gimnaziju ili barem neku stručnu srednju školu. One se motivišu međusobno. Grupa je stabilna i postoji već dugo, ali priključuju se i nove članice. Nedavno mi je na ulici prišla jedna žena i rekla: „Ti si Judit. Bila sam u grupi za podršku u učenju. To mi je tada jako pomoglo i sada studiram astronautičko inženjerstvo. Ne bih to uspela bez te grupe“.

Liza: Pretpostavljam da se osećaš cenjeno od tih žena.  

Judit: Da.

Liza: A od društva?

Judit: Mi smo umreženi i unutar te mreže se svi međusobno veoma cene. Novčano, međutim, nije cenjeno. Dugo smo bili plaćeni ispod utvrđene tarife, jer nas podržava Senat za žene koji isto tako nema veliki budžet za finansiranje, a podržava oko 54 projekata. Kirije su sve veće i sve ostalo postaje skuplje, a da ne pričamo o uvođenju evra. To nije bilo ispraćeno podizanjem tarifa. Poslednjih godina je celokupno polje ženskih projekata iznova skrenulo pažnju na to da tarife nisu pravedne. To je uspelo i dobili smo povećanje. Socijalni rad se, međutim, generalno ne plaća dobro. Trebalo bi da bude bolje plaćen. To bi bilo korisno za društvo. Kada bi se u ovom poslu dobro zarađivalo, onda bi bilo i više ljudi koji bi ovo radili.

Liza: Na osnovu tvojih reči izvodim zaključak da se osećaš nedovoljno plaćeno?

Judit: Da, ali od Senata dobijamo lepu pomoć.

Liza: Ovo je sigurno takva vrsta posla koja se često preklapa sa privatnom sferom. Da li ti je sve ovo nekada previše? Da li se nekad osećaš umorno?  

Judit: U ovom projektu su dugo postojala mesta samo za pola radnog vremena. Pošto sam bila udata i imala decu, to je nekako moglo da se uskladi. Polu radno vreme vreme nije puno radno vreme. Naravno, morala sam da naučim da ostavim stvari ovde i da nabacim deblju kožu. Tokom nekih savetovanja saznate da devojke žive u teškim uslovima, da su eventualno zatočene i izložene nasilju. U takvim situacijama pomislim: „Ona mora da izađe iz toga“. Ali ne mogu im to tako reći, već moram da im prikažem mogućnosti koje im se nude u Berlinu i van njega. Drugačije formulisano šta one mogu same da učine da izađu iz te situacije. Prvo se informišemo da li u krugu porodice postoji neka mogućnost podrške, odnosno, da li bi osoba mogla da ostane u porodici. Devojka mora samostalno da donese odluku da li želi da ostane u porodici ili želi da je napusti, a mi joj zatim pružamo podršku. Moram prihvatiti njihovu odluku. One nisu skroz male – sedam, osam ili slično – već imaju 13, 14, 15 godina. Često se dešava da se devojke vrate porodici, jer ne mogu da izdrže samoću, odnosno, da se snađu same. Njima se pruža pomoć, ali to ne može da zameni familiju, na primer u odnosu na ljubav. Isto tako su te devojke vaspitane da ne odlučuju same, već to čini neko umesto njih. Stoga mnoge nisu toliko jake, a uz to mnoge imaju braću i sestre koje vole.

Liza: Kakav je odnos između posla i slobodnog vremena? Da li se to kod tebe preklapa? Da li imaš hobije?

Judit: Ranije smo nudili nešto u vezi sa umetnošću. Sada više ne. To se promenilo. Uvek smo putovali sa decom u Tursku. Tako naučite nešto više o toj kulturi. Aktivnosti u slobodno vreme se, dakle, mešaju sa poslom. Ukoliko neko ima problema i obrati mi se, onda ne odgovorim: „Sad je moje slobodno vreme“. Pomognem i podržim. Imam, naravno, i hobije. Ranije sam veslala, imam svoju baštu, počela sam da jašem i tu je i ta moja umetnička sfera.  

Milica: Da li bi rekla da je tvoj posao opasan, odnosno, može da bude opasan?

Judit: Može biti opasan. Žene dođu u savetovalište, a nastoje da to sakriju od muževa, jer bi u suprotnom bile izložene nasilju. Vodimo računa da muž ne sazna. Pošto žene ovde pohađaju kurseve nemačkog jezika, muževi ne znaju da radimo i svetovanja. Kod mlađih devojaka savetovanja radimo za vreme nastave. Tako ne privlačimo pažnju. Na veb-stranici, zapravo, stoji da nudimo i savetovanje protiv nasilja i prinudnog sklapanja braka. Mislim, međutim, da oni to ne čitaju toliko detaljno.

Liza: Dakle, ne pročuje se.

Judit: Pre 35 godina je upao jedan muž sa pištoljem u savetovalište koje je postojalo ovde pre ovog savetovališta i upucao je jednu radnicu.  Tako nešto bi se moglo desiti ukoliko imate posla sa fanatičnim porodicama.  

Milica: Da li je bilo takvih situacija otkako ti ovde radiš?

Judit: Nama se takve stvari još nisu desile. Ipak sam oprezna i nikada ne bih povela neku devojku sa sobom u stan. To je opasno, ne samo za mene, već i za moju decu. Postoje sigurne kuće i druge ustanove koje štite žene i pružaju im anonimnost. Mi upućujemo žene dalje na njih.   

Liza: Da li posao određuje tvoj identitet? U kolikoj meri je posao obeležio tvoj celokupan život?  

Judit: Tu igraju veliku ulogu okolnosti moje socijalizacije: Odrasla sam sa 4 brata i sestre, roditelji su mi bili pobožni, učestvovala sam na seminarima samopomoći i bavila se tamo postavljenim pitanjima: „Ko sam?“ „Šta mi je bitno?“ „Šta za mene znači Bog?“ Shodno tome sam odabrala ovaj posao. Meni nije bilo bitno da puno zarađujem i sva moja braća i sestre imaju poslove koji imaju veze sa socijalnim radom. Imam i petoro dece koja su mi jako bitna. Oni su već odrasli, ali  i dalje negujem bliske odnose sa njima. Porodica se drži zajedno. Meni je porodica veoma važna i to prenosim na svoj posao. Unutar posla sam umrežena sa drugim projektima koji se bave sličnim stvarima i redovno se sastajemo. Posao je u velikoj meri obeležio moj život, ali ipak imam i stvari koje su samo moje.  

Liza: Tvoj posao, dakle, odgovara tvojoj ličnosti?

Judit: Da.

Sandra: Da li se nekada osećaš da ti se postavlja premalo zahteva ili ti je nekada previše posla?

Judit: Ne, ali smetaju mi administrativni delovi posla koji postaju sve složniji. Zahtevi su sve komplikovaniji, za sve morate da podnesete izveštaj, morate da vodite mnogo tabela. Sa novim Zakonom o zaštiti podataka imaćemo mnogo dodatnog administrativnog posla. Na to se potroši mnogo sati koji zatim nedostaju za savetovanje. To pomalo nervira, jer je tog administrativnog posla sve više i više.

Liza: Da li si srećna u svom poslu?

Judit: Da, smatram da svako pri odabiru zanimanja treba da vodi računa o tome da se bavi nečim što mu leži i što mu pričinjava zadovoljstvo, tj. da ne bira nužno nešto čime zarađuje puno, a da mu to ne pričinjava zadovoljstvo, jer ako nešto radite na duže staze, onda vam je potrebno i zadovoljstvo.  

Liza: Da li postoji neko drugo zanimanje koje bi ti se dopalo?   

Judit: Da, mogla sam da se bavim industrijskim dizajnom. Ja sam umetnička duša i nekada pomislim da i to ne bi bilo loše. Imam 59 godina i poslednjih deset godina sam primetila da energija malo popušta. Za nekoliko godina ću ići u penziju i jednom će moja deca dobiti decu. To bih volela još da doživim.  

Liza/Milica/Sandra: Hvala!