Parallelbiografien
Serbien – Deutschland

Milena, Schriftstellerin, Berlin


Milena: Ich bin Autorin für Kinderbücher, Theaterstücke, Drehbücher und Hörspiele und mache das seit gut 20 Jahren. Ich habe Drehbuchschreiben studiert und habe mich dann irgendwann auf Kinder spezialisiert, also auf Kinderbücher, Kindertheaterstücke und Kinderdrehbücher.

Felix: Wann hast du die Entscheidung getroffen, in die Richtung zu gehen?

Milena: Die Idee kam durch meiner Mutter, die nämlich auch Kinderbücher schreibt und das früher auch schon gemacht hat. Sie hat Geschichten geschrieben, die sie wirklich mit ihren echten Kindern erlebt hat, auch mit den echten Namen. So kannte ich das schon, dass es das überhaupt als Beruf gibt. Das war mir gar nicht fremd. Dann war es so, als ich 18 war, dass ich einfach Geld brauchte und einen Job suchte. Ich war im Urlaub und dachte, es kann ja nicht so schwer sein, eine Kindergeschichte zu schreiben. Ich habe das einfach gemacht und an Verlage geschickt. Also, ich habe es erst an einen Verlag geschickt und sie haben es nicht genommen, aber zumindest darüber nachgedacht. Das hat mich so motiviert, dass ich sie dann an ganz viele Verlage geschickt habe und mit 19 eine Zusage hatte. Das war dann das erste Buch, das veröffentlicht wurde. Ich hatte das damals eigentlich nur als Nebenjob betrachtet und fand es toll, wollte aber eigentlich Journalistin werden, oder Psychologin. Dann habe ich mit Journalismus angefangen. Irgendwann hat der Verlag gefragt, ob ich noch mehr Kinderbücher schreiben kann, und dann passte das alles nicht mehr und ich habe mich für das fiktionale Schreiben entschieden und habe dann Drehbuch studiert. Seitdem mache ich das alles.

Felix: Hast du dich mit deiner Mutter auch beraten?

Milena: Genau, sie hat mich auch ermutigt, das tatsächlich an einen Verlag zu schicken. Das hätte ich mich sonst nicht getraut.

Felix: Würdest du die Kinderbuchberufswelt eher den Männern oder den Frauen zuordnen?

Milena: Ich glaube, dass es bisschen mehr Frauen sind, aber es gibt auch viele Männer. Ich kenne jetzt keine Zahlen. Im Verlagswesen, da sind es vor allem Frauen – im Kinderbuchverlag, in den Agenturen, Bibliotheken, Buchhandlungen. Alles, was mit Kinderliteratur zu tun hat, das wird vor allem von Frauen gemacht, aber die Autoren sind auch viele Männer. Wie es jetzt sein sollte –  da finde ich das Geschlecht nicht so wichtig. Ich finde es wichtig, dass alles vertreten ist.

Felix: Würdest du das alles noch einmal so machen, wenn du die Chance hättest?

Milena: Ja, das ist wirklich ein toller Beruf. Ich habe die ersten Jahre viel aufs Geld gucken müssen.  Man kann ja auch für Geld oder für Kunst schreiben. Das auszubalancieren ist nicht immer leicht. Das ist eine dauerhafte Herausforderung, und ich habe das schon am Anfang ganz klar getrennt. Ich habe z. B. Fernsehserien fürs Geld geschrieben, die ich eigentlich inhaltlich überflüssig fand, aber damit halt das andere ko-finanziert. Sozusagen bin ich mein eigener Manager. Damit umzugehen ist nicht so leicht, vor allem, weil man einerseits die Idee hat „Ich schreibe jetzt ein halbes Jahr Serien und dann schreibe ich ein halbes Jahr einen großen Roman“. Das stellt man sich so alles vor, aber manchmal klappt das alles nicht so, weil dann diese Geld-Jobs doch vielmehr Zeit und Kraft von einem aufsaugen, oder es kommen Angebote bei denen man denkt: „Das kann ich jetzt nicht ablehnen“. Und dann macht man das. Es geht auch ganz viel in Vorleistung, gerade bei Drehbüchern heißt es dann: „Schreib doch mal eine Idee auf.“ Und man hat sich dann damit lange beschäftigt, und dann wollen sie das dann doch nicht, und dann hat man eben nichts verdient. Solche Sachen passieren ganz viel, und so habe ich doch die meiste Zeit damit verbracht, für Geld zu schreiben, auch für Kinderbuchverlage, die mir Aufträge gegeben haben und z. B. gesagt haben: „Wir hätten jetzt gerne vier Weihnachtsgeschichten, so und so viel Anschläge und so viel Seiten.“ Ich denke mir die Geschichten selbst aus, aber der Antrieb kam jetzt nicht von mir. Solche Sachen habe ich z. B. vor allem  inden ersten Jahren gemacht. Jetzt habe ich zum Glück den Status erreicht, wo ich mir das aussuchen kann und auch die Sachen machen kann, die ich will, und das ist wunderbar. Das ist dann ein Traumberuf.

Felix: Fühlst du dich in deinem Beruf geschätzt, auch von der Gesellschaft?

Milena: Ja, das ist unterschiedlich. Es gibt verschiedene Unterschiede. Ein Unterschied besteht zwischen Kinderliteratur und Literatur für Erwachsene. Da ist es oft so, wenn mich Leute fragen, was ich mache, sind sie gerührt und sagen „Ach, das ist ja schööön!“ Und da fühle ich mich nicht ernst genommen. Ganz oft sagen sie auch: „Ich habe mir auch schon ein Kinderbuch ausgedacht.“, oder: „Ich erzähle meinem Kind das zum Einschlafen und wollte es einmal groß rausbringen.“ Sie stellen sich das dann so vor, dass es ein Hobby ist. Das machen auch ganz viele als Hobby und versuchen dann immer etwas zu veröffentlichen. Das klappt dann meistens nicht, aber dass es wirklich ein Beruf ist, wo ich morgens zu einer bestimmten Zeit aufstehe und anfange und auch wenn ich mal keine Idee habe, arbeite und mir immer irgendetwas ausdenke, das sehen die Leute nicht so. Das finde ich nicht so gut. Es gibt keinen Grund zu sagen, Literatur für Erwachsene wäre die seriösere Arbeit. Dann gibt es auch einen Unterschied zwischen den Medien. Ganz schlimm ist es beim Film. Da wird man als Autor überhaupt nicht geschätzt. Da ist man einfach so eine Art Schreibmaschine. Im Gegensatz dazu ist es im Theater anders. Da habe ich erlebt, dass es heißt –  das Stück von Milena Baisch. Da ist es mein Werk. Beim Film heißt es –  der Film von dem Regisseur – und der Autor wird nicht einmal in der Fernsehzeitung erwähnt. Der Autor ist wirklich nichts und man kennt auch keine Drehbuchautoren. So ist es auch im Arbeitsprozess, dass die Arbeit nicht respektiert wird, weil an Drehbüchern einfach von anderen Leuten rumgeändert wird, ohne zu fragen. Das wird nicht als Kunstwerk betrachtet, sondern eher als Handlungsanweisung, die man benutzen kann. Es schwankt sehr zwischen als Genie verehrt werden, was ich übertrieben finde, und einfach jemandem, der etwas abtippt. Es gibt also diese beiden Kontraste.

Felix: Findest du deine Arbeit wichtig für die Gesellschaft?

Milena: Ja, auf jeden Fall. Deswegen mache ich das. Das ist immer mein Antrieb. Ich möchte die Gesellschaft ein bisschen verändern und ich denke auch, dass sie das braucht. Ich weiß jetzt nicht, ob meine Geschichten den Leuten immer helfen, aber ich versuche es. Wenn ich dann Rückmeldungen bekomme, z. B. von den Kindern oder Lehrern, die sagen, sie haben ein Buch von mir gelesen und danach tolle Gespräche z. B.  mit den Kindern geführt , dann stellt mich das zufrieden, dann habe ich meinen Auftrag erfüllt – nicht nur in Bezug auf die Kinder, sondern allgemein. Ich habe das Bedürfnis, die Gesellschaft zum Positiven hin zu verändern.

Felix: Ist dir die Arbeit auch ab und zu zu viel oder manchmal auch stressig?

Milena: Sehr stressig sind die Existenzsorgen, weil das Einkommen so unregelmäßig ist. Durch meine Mischfinanzierung geht das zum Glück. Ich habe immer noch Fernsehserien, die wiederholt werden, die manchmal schon über 10 Jahre alt sind und dann fließt auch ein bisschen Geld auf meinem Konto. Das ist sehr gut. Wenn ich das nicht hätte, wäre es sehr schwierig. Man weiß halt auch nie, was kommt. Das ist total schwankend. Man kann damit nicht kalkulieren und Altersvorsorge und solche Sachen sind schwierig. Ich komme mit dem Geld zurecht, aber ich kann auch keine großen Rücklagen bilden. Das ist der größte Stressfaktor. Ein großer Stressfaktor sind auch die Deadlines, wenn z. B. ein Theaterstück schon in dem Programm steht. Ein Buch kann man noch am ehesten verschieben, aber einen Film auch nicht so gut. Dann unter Druck kreativ sein zu müssen –  also Zeitdruck und Gelddruck sind nicht so gut für die Kreativität.

Felix: Reicht das Einkommen für das Leben?

Milena: Nur Bücher schreiben oder auch nur Theaterstücke schreiben würde nicht reichen. Das geht bei mir jetzt, weil ich auch das Radio und Fernsehen noch dazu mache. Viele Kollegen machen das auch so bei Kinderbüchern, dass sie ganz viele Lesungen machen. In Deutschland gibt es eine ganz große Lesekultur und sie reisen dann durchs Land und lesen in Schulen oder auch in Bibliotheken und so finanzieren sie sich ihr Leben. Das habe ich eine Zeit lang auch gemacht.

Felix: Denkst du, dass du ein komplett anderer Mensch wärst, wenn du einen anderen Beruf hättest?

Milena: Ja, bestimmt. Ich glaube, dass jeder verschiedene Persönlichkeiten in sich hat, und der Beruf ist dann eine Möglichkeit, eine dieser Seiten auszudrücken. Ich habe auch andere Seiten in mir und würde dann vielleicht eine andere Seite stärker ausleben und das wäre dann bestimmt auch anders.

Paul: Was wärest du dann?

Milena: Psychotherapeutin würde mich z. B. interessieren, oder Kräuterheilkunde. Da wäre ich vielleicht seriöser. Oder vielleicht Journalismus. Da wäre ich taffer und hätte ein dickeres Fell.  Wenn man kreativ arbeitet, dann muss man empathisch sein mit den Figuren, die man sich ausdenkt, und man muss sich auch dann sehr verletzlich machen, und man wird auch sehr verletzlich und verwundbar. Ich meine, man muss es natürlich nicht, aber ich glaube, dass das dann besser wird, was man macht.  Mir geht es auch sehr nahe, wenn ich eine traurige Szene schreibe. Dann weine ich auch dabei, denn man muss ganz tief in sich gehen und seine Gefühle rausholen. Das alles gehört zu dem Beruf Schriftsteller und das wäre bei anderen Berufen eher kontraproduktiv.

Felix: Wie ist bei dir das Verhältnis von Arbeit und Freizeit?

Milena: Das lässt sich nicht ganz trennen. Jetzt arbeite ich sogar zu Hause. Früher hatte ich immer mein Büro. Das war mir ganz wichtig, dass ich rausgehe zum Arbeiten. Mittlerweile brauche ich das nicht mehr. Das kriege ich jetzt irgendwie anders hin. Ich habe aber feste Zeiten. Ich habe z. B. am Wochenende frei und versuche auch einen geregelten Tagesablauf zu haben, weil es mir auch mehr Sicherheit gibt. Ich kenne auch Autoren, bei denen es ganz anders ist. Sie tauchen dann eine Zeit lang ab. Das ist ganz unterschiedlich.  Bei mir ist es so, dass ich dann in der Freizeit Ideen habe, die ich aufschreibe. Es lässt sich also nicht ganz trennen, aber ich finde es sehr wichtig, Zeiten zu haben, wo man abschaltet und Kraft sammelt.

Felix: Würdest du sagen, dass der Job zu deiner Persönlichkeit passt?

Milena: Jetzt bin ich ja schon lange in dieser Arbeit und damit hat mich der Job auch dazu gemacht, was ich jetzt bin. Da ich durch meine Mutter darauf gekommen bin und sie mich auch am Anfang so ermutigt hat, war es nicht ein solches Gefühl, dass ich mir da etwas erkämpft habe, was mein Traum war. Es war halt nicht so richtig meine Idee, sondern es kam von außen und eine Zeit lang hat mich das dann auch beschäftigt, dass ich dachte, was wäre ich geworden, wenn ich dafür hätte kämpfen müssen. Gerade bei so einem Beruf denken viele Leute, dass es dein Traum war, aber bei mir war das ja gar nicht so und es kam eher von außen. Es war ja erst eine Geldeinnahmequelle, bevor es dann zu einer Lebensaufgabe geworden ist.

Felix: Bist du glücklich und erfüllt mit deiner Arbeit?

Milena: Ich habe mir vor einem Jahr vorgenommen, keine Deadlines mehr zuzusagen und nur noch das zu schreiben, was mir auf der Seele brennt. Seitdem bin ich superglücklich und bin auch total produktiv. Ich merke jetzt, dass das Vorher mich immer gebremst hat, dass ich mehr an die Sicherheit dachte und dachte, ich müsste genug Geld verdienen mit den Projekten.

Paul: Ein Autor für Erwachsene wurde einmal gefragt, ob er sich vorstellen könnte, Kinderbücher zu schreiben und er hat darauf geantwortet: „Sicher nicht. Das ist mir zu viel Verantwortung.“ Spürst du diese Verantwortung und wie gehst du damit um? Du musst ja teilweise aus finanziellen Gründen auch etwas schreiben, wo du vielleicht nicht hundertprozentig dahinterstehst. Ist das für dich ein Konflikt und wie gehst du damit um?

Milena: Zum letzten Aspekt ₋ dass man etwas machen muss, was man nicht möchte ₋ das ist mir schon bewusst und ich versuche dann einen Mittelweg zu finden. Ich hatte z. B. einmal den Auftrag Prinzessinnengeschichten zu schreiben, und das finde ich inhaltlich eigentlich nicht in Ordnung, den Adel zu verherrlichen und Mädchen zu rosa Tussis zu erziehen. Zu dem Zeitpunkt brauchte ich aber so einen Auftrag. Da habe ich eine Lösung gefunden, dass ich erfunden habe, dass da drei Schwestern sind und Eltern haben, die normale Markthändler sind, also keine Adligen. Sie bauen sich aber eine Burg, weil sie gerne eine Burg bauen möchten und dann lebt diese Familie in der Burg und deswegen sagen alle Prinzessinnen zu den Schwestern. Jede von ihnen hat eine Superkraft. Die eine kann sich schöne Kleider zaubern – das musste ich schon in eine Prinzessinnengeschichte integrieren –  aber eine andere kann mit Tieren reden und die dritte kann sich Werkzeuge zaubern. Dann habe ich versucht die Geschichten so zu gestalten, dass sie für die Mädchen attraktiv sind, aber dass sie auch aus ihnen etwas mitnehmen. Ich habe auch an den Verlag die Bedingung gestellt, dass sie das Cover nicht rosa machen. Sie haben es dann tatsächlich nicht rosa, sondern rot gemacht, aber die spätere Auflage war dann doch rosa. Zur Frage Verantwortung ₋ das ist eine interessante Frage, weil Kinder ja noch nicht so ein Urteilsvermögen haben. Sie sind viel leichter durch Geschichten manipulierbar, oder, wenn eine Geschichte traurig endet, kann man sich als Erwachsener sagen:„War ja nur eine Geschichte.“, und den Kindern fehlt diese Schutzdistanz und sie geht ihnen viel zu nah. Da hat man schon eine Verantwortung und man hat auch die Verantwortung, sie nicht zu manipulieren.  Ich finde, dass Kindergeschichten gut ausgehen sollten, oder wenigstens tröstend und mutmachend. Nicht, dass man behauptet, alle Probleme werden immer gelöst, aber dass man gut aus der Geschichte rausgehen kann. Ich möchte Kinder schon zum Nachdenken anregen, aber ich möchte ihnen nicht die Antworten vorgeben. Das sehe ich auch als meine Aufgabe, und man soll auch damit verantwortungsvoll umgehen. Ich bin dann auch kritisch, auch bei den anderen Stücken oder Geschichten, wenn ich sehe, wo z. B. immer gezeigt wird, dass die Mutter kocht und der Vater Auto fährt oder Ähnliches.  Bei solchen Kleinigkeiten hat man aber auch die Möglichkeit, dran zu drehen und die Wirkung zu zeigen. Ja, man hat schon mehr Verantwortung.

Paul: Wie kommst du zu deinen Themen?

Milena: Das sind die Themen, die auch mich als Erwachsenen berühren, aber auch bei Kindern existieren. In einem Theaterstück habe ich z. B. über die Selektion in der Grundschule geschrieben, d. h. über das Alter, wo nach Gymnasium, Gesamtschule oder Hauptschule sortiert wird. In Deutschland ist das ein wichtiger Zeitpunkt, der das ganze Leben bestimmt und auch die Erwachsenen betrifft. Das Thema fand ich total interessant, eben auch für die Erwachsene, und habe es dann als Kinderstück geschrieben, aber mein Wunsch war schon, dass die Erwachsenen, die das Stück sehen, auch über diese ganze Sache nachdenken, diese ganze Selektion auch in Frage stellen.  Wie man erzählt, ist etwas anderes, aber das Thema an sich, ist oft für alle wichtig.

Felix/Paul: Vielen Dank!



Milena, Schriftstellerin, Berlin


Milena: Ich bin Autorin für Kinderbücher, Theaterstücke, Drehbücher und Hörspiele und mache das seit gut 20 Jahren. Ich habe Drehbuchschreiben studiert und habe mich dann irgendwann auf Kinder spezialisiert, also auf Kinderbücher, Kindertheaterstücke und Kinderdrehbücher.

Felix: Wann hast du die Entscheidung getroffen, in die Richtung zu gehen?

Milena: Die Idee kam durch meiner Mutter, die nämlich auch Kinderbücher schreibt und das früher auch schon gemacht hat. Sie hat Geschichten geschrieben, die sie wirklich mit ihren echten Kindern erlebt hat, auch mit den echten Namen. So kannte ich das schon, dass es das überhaupt als Beruf gibt. Das war mir gar nicht fremd. Dann war es so, als ich 18 war, dass ich einfach Geld brauchte und einen Job suchte. Ich war im Urlaub und dachte, es kann ja nicht so schwer sein, eine Kindergeschichte zu schreiben.  Ich habe das einfach gemacht und an Verlage geschickt. Also, ich habe es erst an einen Verlag geschickt und sie haben es nicht genommen, aber zumindest darüber nachgedacht. Das hat mich so motiviert, dass ich sie dann an ganz viele Verlage geschickt habe und mit 19 eine Zusage hatte. Das war dann das erste Buch, das veröffentlicht wurde. Ich hatte das damals eigentlich nur als Nebenjob betrachtet und fand es toll, wollte aber eigentlich Journalistin werden, oder Psychologin. Dann habe ich mit Journalismus angefangen. Irgendwann hat der Verlag gefragt, ob ich noch mehr Kinderbücher schreiben kann, und dann passte das alles nicht mehr und ich habe mich für das fiktionale Schreiben entschieden und habe dann Drehbuch studiert. Seitdem mache ich das alles.

Felix: Hast du dich mit deiner Mutter auch beraten?

Milena: Genau, sie hat mich auch ermutigt, das tatsächlich an einen Verlag zu schicken. Das hätte ich mich sonst nicht getraut.

Felix: Würdest du die Kinderbuchberufswelt eher den Männern oder den Frauen zuordnen?

Milena: Ich glaube, dass es bisschen mehr Frauen sind, aber es gibt auch viele Männer. Ich kenne jetzt keine Zahlen. Im Verlagswesen, da sind es vor allem Frauen – im Kinderbuchverlag, in den Agenturen, Bibliotheken, Buchhandlungen. Alles, was mit Kinderliteratur zu tun hat, das wird vor allem von Frauen gemacht, aber die Autoren sind auch viele Männer. Wie es jetzt sein sollte –  da finde ich das Geschlecht nicht so wichtig. Ich finde es wichtig, dass alles vertreten ist.

Felix: Würdest du das alles noch einmal so machen, wenn du die Chance hättest?

Milena: Ja, das ist wirklich ein toller Beruf. Ich habe die ersten Jahre viel aufs Geld gucken müssen.  Man kann ja auch für Geld oder für Kunst schreiben. Das auszubalancieren ist nicht immer leicht. Das ist eine dauerhafte Herausforderung, und ich habe das schon am Anfang ganz klar getrennt.  Ich habe z. B. Fernsehserien fürs Geld geschrieben, die ich eigentlich inhaltlich überflüssig fand, aber damit halt das andere ko-finanziert. Sozusagen bin ich mein eigener Manager. Damit umzugehen ist nicht so leicht, vor allem, weil man einerseits die Idee hat „Ich schreibe jetzt ein halbes Jahr Serien und dann schreibe ich ein halbes Jahr einen großen Roman“. Das stellt man sich so alles vor, aber manchmal klappt das alles nicht so, weil dann diese Geld-Jobs doch vielmehr Zeit und Kraft von einem aufsaugen, oder es kommen Angebote bei denen man denkt: „Das kann ich jetzt nicht ablehnen“. Und dann macht man das. Es geht auch ganz viel in Vorleistung, gerade bei Drehbüchern heißt es dann: „Schreib doch mal eine Idee auf.“ Und man hat sich dann damit lange beschäftigt, und dann wollen sie das dann doch nicht, und dann hat man eben nichts verdient. Solche Sachen passieren ganz viel, und so habe ich doch die meiste Zeit damit verbracht, für Geld zu schreiben, auch für Kinderbuchverlage, die mir Aufträge gegeben haben und z. B. gesagt haben: „Wir hätten jetzt gerne vier Weihnachtsgeschichten, so und so viel Anschläge und so viel Seiten.“ Ich denke mir die Geschichten selbst aus, aber der Antrieb kam jetzt nicht von mir. Solche Sachen habe ich z. B. vor allem  inden ersten Jahren gemacht. Jetzt habe ich zum Glück den Status erreicht, wo ich mir das aussuchen kann und auch die Sachen machen kann, die ich will, und das ist wunderbar. Das ist dann ein Traumberuf.

Felix: Fühlst du dich in deinem Beruf geschätzt, auch von der Gesellschaft?

Milena: Ja, das ist unterschiedlich. Es gibt verschiedene Unterschiede. Ein Unterschied besteht zwischen Kinderliteratur und Literatur für Erwachsene. Da ist es oft so, wenn mich Leute fragen, was ich mache, sind sie gerührt und sagen „Ach, das ist ja schööön!“ Und da fühle ich mich nicht ernst genommen. Ganz oft sagen sie auch: „Ich habe mir auch schon ein Kinderbuch ausgedacht.“, oder: „Ich erzähle meinem Kind das zum Einschlafen und wollte es einmal groß rausbringen.“ Sie stellen sich das dann so vor, dass es ein Hobby ist. Das machen auch ganz viele als Hobby und versuchen dann immer etwas zu veröffentlichen. Das klappt dann meistens nicht, aber dass es wirklich ein Beruf ist, wo ich morgens zu einer bestimmten Zeit aufstehe und anfange und auch wenn ich mal keine Idee habe, arbeite und mir immer irgendetwas ausdenke, das sehen die Leute nicht so. Das finde ich nicht so gut. Es gibt keinen Grund zu sagen, Literatur für Erwachsene wäre die seriösere Arbeit. Dann gibt es auch einen Unterschied zwischen den Medien. Ganz schlimm ist es beim Film. Da wird man als Autor überhaupt nicht geschätzt. Da ist man einfach so eine Art Schreibmaschine. Im Gegensatz dazu ist es im Theater anders. Da habe ich erlebt, dass es heißt –  das Stück von Milena Baisch. Da ist es mein Werk. Beim Film heißt es –  der Film von dem Regisseur –  und der Autor wird nicht einmal in der Fernsehzeitung erwähnt. Der Autor ist wirklich nichts und man kennt auch keine Drehbuchautoren. So ist es auch im Arbeitsprozess, dass die Arbeit nicht respektiert wird, weil an Drehbüchern einfach von anderen Leuten rumgeändert wird, ohne zu fragen. Das wird nicht als Kunstwerk betrachtet, sondern eher als Handlungsanweisung, die man benutzen kann. Es schwankt sehr zwischen als Genie verehrt werden, was ich übertrieben finde, und einfach jemandem, der etwas abtippt. Es gibt also diese beiden Kontraste.

Felix: Findest du deine Arbeit wichtig für die Gesellschaft?

Milena: Ja, auf jeden Fall. Deswegen mache ich das. Das ist immer mein Antrieb. Ich möchte die Gesellschaft ein bisschen verändern und ich denke auch, dass sie das braucht. Ich weiß jetzt nicht, ob meine Geschichten den Leuten immer helfen, aber ich versuche es. Wenn ich dann Rückmeldungen bekomme, z. B. von den Kindern oder Lehrern, die sagen, sie haben ein Buch von mir gelesen und danach tolle Gespräche z. B.  mit den Kindern geführt , dann stellt mich das zufrieden, dann habe ich meinen Auftrag erfüllt – nicht nur in Bezug auf die Kinder, sondern allgemein. Ich habe das Bedürfnis, die Gesellschaft zum Positiven hin zu verändern.

Felix: Ist dir die Arbeit auch ab und zu zu viel oder manchmal auch stressig?

Milena: Sehr stressig sind die Existenzsorgen, weil das Einkommen so unregelmäßig ist. Durch meine Mischfinanzierung geht das zum Glück. Ich habe immer noch Fernsehserien, die wiederholt werden, die manchmal schon über 10 Jahre alt sind und dann fließt auch ein bisschen Geld auf meinem Konto. Das ist sehr gut. Wenn ich das nicht hätte, wäre es sehr schwierig. Man weiß halt auch nie, was kommt. Das ist total schwankend. Man kann damit nicht kalkulieren und Altersvorsorge und solche Sachen sind schwierig. Ich komme mit dem Geld zurecht, aber ich kann auch keine großen Rücklagen bilden. Das ist der größte Stressfaktor. Ein großer Stressfaktor sind auch die Deadlines, wenn z. B. ein Theaterstück schon in dem Programm steht. Ein Buch kann man noch am ehesten verschieben, aber einen Film auch nicht so gut. Dann unter Druck kreativ sein zu müssen –  also Zeitdruck und Gelddruck sind nicht so gut für die Kreativität.

Felix: Reicht das Einkommen für das Leben?

Milena: Nur Bücher schreiben oder auch nur Theaterstücke schreiben würde nicht reichen. Das geht bei mir jetzt, weil ich auch das Radio und Fernsehen noch dazu mache. Viele Kollegen machen das auch so bei Kinderbüchern, dass sie ganz viele Lesungen machen. In Deutschland gibt es eine ganz große Lesekultur und sie reisen dann durchs Land und lesen in Schulen oder auch in Bibliotheken und so finanzieren sie sich ihr Leben. Das habe ich eine Zeit lang auch gemacht.

Felix: Denkst du, dass du ein komplett anderer Mensch wärst, wenn du einen anderen Beruf hättest?

Milena: Ja, bestimmt. Ich glaube, dass jeder verschiedene Persönlichkeiten in sich hat, und der Beruf ist dann eine Möglichkeit, eine dieser Seiten auszudrücken. Ich habe auch andere Seiten in mir und würde dann vielleicht eine andere Seite stärker ausleben und das wäre dann bestimmt auch anders.

Paul: Was wärest du dann?

Milena: Psychotherapeutin würde mich z. B. interessieren, oder Kräuterheilkunde. Da wäre ich vielleicht seriöser. Oder vielleicht Journalismus. Da wäre ich taffer und hätte ein dickeres Fell.  Wenn man kreativ arbeitet, dann muss man empathisch sein mit den Figuren, die man sich ausdenkt, und man muss sich auch dann sehr verletzlich machen, und man wird auch sehr verletzlich und verwundbar. Ich meine, man muss es natürlich nicht, aber ich glaube, dass das dann besser wird, was man macht.  Mir geht es auch sehr nahe, wenn ich eine traurige Szene schreibe. Dann weine ich auch dabei, denn man muss ganz tief in sich gehen und seine Gefühle rausholen. Das alles gehört zu dem Beruf Schriftsteller und das wäre bei anderen Berufen eher kontraproduktiv. 

Felix: Wie ist bei dir das Verhältnis von Arbeit und Freizeit?

Milena: Das lässt sich nicht ganz trennen. Jetzt arbeite ich sogar zu Hause. Früher hatte ich immer mein Büro. Das war mir ganz wichtig, dass ich rausgehe zum Arbeiten.  Mittlerweile brauche ich das nicht mehr. Das kriege ich jetzt irgendwie anders hin. Ich habe aber feste Zeiten. Ich habe z. B. am Wochenende frei und versuche auch einen geregelten Tagesablauf zu haben, weil es mir auch mehr Sicherheit gibt. Ich kenne auch Autoren, bei denen es ganz anders ist. Sie tauchen dann eine Zeit lang ab. Das ist ganz unterschiedlich.  Bei mir ist es so, dass ich dann in der Freizeit Ideen habe, die ich aufschreibe. Es lässt sich also nicht ganz trennen, aber ich finde es sehr wichtig, Zeiten zu haben, wo man abschaltet und Kraft sammelt.

Felix: Würdest du sagen, dass der Job zu deiner Persönlichkeit passt?

Milena: Jetzt bin ich ja schon lange in dieser Arbeit und damit hat mich der Job auch dazu gemacht, was ich jetzt bin. Da ich durch meine Mutter darauf gekommen bin und sie mich auch am Anfang so ermutigt hat, war es nicht ein solches Gefühl, dass ich mir da etwas erkämpft habe, was mein Traum war. Es war halt nicht so richtig meine Idee, sondern es kam von außen und eine Zeit lang hat mich das dann auch beschäftigt, dass ich dachte, was wäre ich geworden, wenn ich dafür hätte kämpfen müssen. Gerade bei so einem Beruf denken viele Leute, dass es dein Traum war, aber bei mir war das ja gar nicht so und es kam eher von außen. Es war ja erst eine Geldeinnahmequelle, bevor es dann zu einer Lebensaufgabe geworden ist.

Felix: Bist du glücklich und erfüllt mit deiner Arbeit?

Milena: Ich habe mir vor einem Jahr vorgenommen, keine Deadlines mehr zuzusagen und nur noch das zu schreiben, was mir auf der Seele brennt. Seitdem bin ich superglücklich und bin auch total produktiv. Ich merke jetzt, dass das Vorher mich immer gebremst hat, dass ich mehr an die Sicherheit dachte und dachte, ich müsste genug Geld verdienen mit den Projekten.

Paul: Ein Autor für Erwachsene wurde einmal gefragt, ob er sich vorstellen könnte, Kinderbücher zu schreiben und er hat darauf geantwortet: „Sicher nicht. Das ist mir zu viel Verantwortung.“ Spürst du diese Verantwortung und wie gehst du damit um? Du musst ja teilweise aus finanziellen Gründen auch etwas schreiben, wo du vielleicht nicht hundertprozentig dahinterstehst. Ist das für dich ein Konflikt und wie gehst du damit um?

Milena: Zum letzten Aspekt ₋ dass man etwas machen muss, was man nicht möchte ₋ das ist mir schon bewusst und ich versuche dann einen Mittelweg zu finden. Ich hatte z. B. einmal den Auftrag Prinzessinnengeschichten zu schreiben, und das finde ich inhaltlich eigentlich nicht in Ordnung, den Adel zu verherrlichen und Mädchen zu rosa Tussis zu erziehen. Zu dem Zeitpunkt brauchte ich aber so einen Auftrag. Da habe ich eine Lösung gefunden, dass ich erfunden habe, dass da drei Schwestern sind und Eltern haben, die normale Markthändler sind, also keine Adligen. Sie bauen sich aber eine Burg, weil sie gerne eine Burg bauen möchten und dann lebt diese Familie in der Burg und deswegen sagen alle Prinzessinnen zu den Schwestern. Jede von ihnen hat eine Superkraft. Die eine kann sich schöne Kleider zaubern – das musste ich schon in eine Prinzessinnengeschichte integrieren –  aber eine andere kann mit Tieren reden und die dritte kann sich Werkzeuge zaubern. Dann habe ich versucht die Geschichten so zu gestalten, dass sie für die Mädchen attraktiv sind, aber dass sie auch aus ihnen etwas mitnehmen. Ich habe auch an den Verlag die Bedingung gestellt, dass sie das Cover nicht rosa machen. Sie haben es dann tatsächlich nicht rosa, sondern rot gemacht, aber die spätere Auflage war dann doch rosa. Zur Frage Verantwortung ₋ das ist eine interessante Frage, weil Kinder ja noch nicht so ein Urteilsvermögen haben. Sie sind viel leichter durch Geschichten manipulierbar, oder, wenn eine Geschichte traurig endet, kann man sich als Erwachsener sagen:„War ja nur eine Geschichte.“, und den Kindern fehlt diese Schutzdistanz und sie geht ihnen viel zu nah. Da hat man schon eine Verantwortung und man hat auch die Verantwortung, sie nicht zu manipulieren.  Ich finde, dass Kindergeschichten gut ausgehen sollten, oder wenigstens tröstend und mutmachend. Nicht, dass man behauptet, alle Probleme werden immer gelöst, aber dass man gut aus der Geschichte rausgehen kann. Ich möchte Kinder schon zum Nachdenken anregen, aber ich möchte ihnen nicht die Antworten vorgeben. Das sehe ich auch als meine Aufgabe, und man soll auch damit verantwortungsvoll umgehen. Ich bin dann auch kritisch, auch bei den anderen Stücken oder Geschichten, wenn ich sehe, wo z. B. immer gezeigt wird, dass die Mutter kocht und der Vater Auto fährt oder Ähnliches.  Bei solchen Kleinigkeiten hat man aber auch die Möglichkeit, dran zu drehen und die Wirkung zu zeigen. Ja, man hat schon mehr Verantwortung.

Paul: Wie kommst du zu deinen Themen?

Milena: Das sind die Themen, die auch mich als Erwachsenen berühren, aber auch bei Kindern existieren. In einem Theaterstück habe ich z. B. über die Selektion in der Grundschule geschrieben, d. h. über das Alter, wo nach Gymnasium, Gesamtschule oder Hauptschule sortiert wird. In Deutschland ist das ein wichtiger Zeitpunkt, der das ganze Leben bestimmt und auch die Erwachsenen betrifft. Das Thema fand ich total interessant, eben auch für die Erwachsene, und habe es dann als Kinderstück geschrieben, aber mein Wunsch war schon, dass die Erwachsenen, die das Stück sehen, auch über diese ganze Sache nachdenken, diese ganze Selektion auch in Frage stellen.  Wie man erzählt, ist etwas anderes, aber das Thema an sich, ist oft für alle wichtig.

Felix/Paul: Vielen Dank!


Milena, spisateljica, Berlin

Milena: Ja pišem knjige za decu, pozorišne komade, scenarije i radio-drame i time se bavim već dobrih 20 godina. Studirala sam pisanje scenarija i u nekom trenutku sam se usmerila ka deci, dakle ka pisanju knjiga za decu, pozorišnih komada za decu i scenarija za decu.

Feliks: Kada si odlučila da ideš u ovom smeru?

Milena: Ideja je došla od moje majke koja sada isto piše knjige za decu, a time se i ranije bavila. Pisala je priče koje je doživela sa svojom decom, i imena je ostavila prava. Tako sam znala da to postoji kao zanimanje. Uopšte mi nije bilo strano. A onda, kada sam imala 18 godina, jednostavno mi je trebao novac i tražila sam posao. Bila sam na odmoru i pomislila: „Pa ne može biti tako teško da se napiše priča za decu“. Jednostavno sam to uradila i poslala izdavačkim kućama. Zapravo, prvo sam poslala priču jednoj izdavačkoj kući, oni je nisu prihvatili, ali su bar razmišljali o tome. To me je tako motivisalo da sam je poslala mnogim izdavačkim kućama i sa 19 godina sam dobila pozitivan odgovor. To je bila prva knjiga koja mi je objavljena. Tada sam to posmatrala samo kao dodatni posao i bilo mi je super, ali sam htela da postanem novinar ili psiholog. Zatim sam počela sa novinarstvom. U nekom trenutku je izdavač pitao da li mogu da napišem još knjiga za decu, ali to mi više nije odgovaralo i odlučila sam se za pisanje fikcije, a zatim sam studirala pisanje scenarija. Od tada se bavim time.

Feliks: Da li si se savetovala sa svojom majkom?

Milena: Tako je, ona me je podstakla da pošaljem priču izdavaču. Inače se ne bih usudila.

Feliks: Da li misliš da svet dečijih knjiga više pripada muškarcima ili ženama?

Milena: Mislim da je malo više žena, ali ima i mnogo muškaraca. Ne bih znala tačne podatke. U izdavaštvu su uglavnom žene – u izdavaštvu knjiga za decu, u agencijama, bibliotekama, knjižarama. Sve što ima veze sa dečijom književnošću rade, pre svega, žene, ali ima i  mnogo autora muškaraca. A kako bi zapravo trebalo da bude – mislim da pol ne igra neku ulogu u tome. Mislim da je važno da su svi zastupljeni.

Feliks: Da li bi ponovo sve isto uradila kada bi imala mogućnost da kreneš ispočetka?

Milena: Da, ovo je zaista sjajno zanimanje. Prvih godina sam morala da obraćam mnogo pažnje na novac. Možete i da pišete ili za novac ili za umetnost. I nije uvek lako balansirati time. To je stalni izazov i još na početku sam to jasno razdvojila. Na primer, za novac sam pisala TV-serije za koje sam smatrala da su irelevantne sadržine, ali sam time sufinansirala druge stvari. Da tako kažem, ja sam sama svoj menadžer. To baš i nije lako, pre svega zato što, s jedne strane, imate ideju „Sada ću pola godine da pišem serije, a onda ću pola godine da pišem veliki roman“. Sve tako lepo zamislite, ali nekad ne ide tako, jer ti poslovi u kojima je novac isisaju iz čoveka mnogo više vremena i snage, ili dobijete ponude gde pomislite: „To ne mogu da odbijem“. I prihvatite je. Važan je i ranije uložen trud, jer baš kod pisanja scenarija vam kažu: „Napiši neku ideju.“ I vi ste se toliko dugo bavili time, a onda oni to ipak ne žele i opet ništa ne zaradite. Takve stvari se često dešavaju, tako da sam većinu vremena provela pišući za novac, za izdavačke kuće koje se bave dečijom literaturom, koje su mi davale zadatak i govorile, npr: „Trebaju nam božićne priče, toliko i toliko karaktera, toliko i toliko strana.“ Sama izmišljam priče, ali taj podsticaj nije došao od mene. Takve stvari sam radila uglavnom na početku karijere. Srećom, dostigla sam takav status da mogu sama da odlučujem šta želim da pišem, gde mogu da radim stvari koje želim i to je divno. Sada je to posao iz snova.     

Feliks: Da li se osećaš cenjenom u svom poslu, da li misliš da te društvo ceni?

 Milena: Pa to sve zavisi. Ima mnoge razlike. Jedna je između književnosti za decu i književnosti za odrasle. Često se dešava da, kada me ljudi pitaju čime se bavim, budu dirnuti i kažu: „Ah, to je tako lepo!“. Tada mislim da me ne shvataju ozbiljno. Često kažu i: „I ja sam smislio knjigu za decu.“, ili: „Ja pričam priču svom detetu pred spavanje i oduvek sam hteo da to objavim“. Ljudi zamišljaju da je taj posao hobi. Mnogi to i rade iz hobija i pokušavaju to da objave. Uglavnom ne bude ništa od toga. A ljudi ne shvataju da je to pravo zanimanje, da ujutru ustajem u određeno vreme i počinjem da radim i da, i kada nemam nikakvu ideju, radim i uvek nešto smislim. I ne volim što to ne shvataju. Nema razloga da se kaže da je književnost za odrasle ozbiljniji posao. Postoji razlika i u medijima. Najgore je sa filmom. Tu vas uopšte ne cene kao autora. Tu ste samo, na neki način, pisaća mašina. S druge strane, potpuno je drugačije u pozorištu. U pozorištu sam doživela da se kaže: komad Milene Baiš. To je moje delo. A na filmu – film tog i tog režisera – a autor se ni jednom ne pomene u TV-vodiču. Autor je niko i ništa i pisci scenarija nisu poznati. Tako je i u procesu rada, rad se ne ceni, jer scenarije drugi ljudi jednostavno prepravljaju, bez pitanja. To se ne posmatra kao umetničko delo, već kao uputstvo za rad koje može da se koristi. Dakle, to varira od uzdizanja čoveka na nivo genija, što mislim da je preterano, i doživljavanja čoveka kao nekog ko samo kucka. Dakle, postoje ta dva kontrasta.  

Feliks: Da li misliš da je tvoj posao važan za društvo?

 Milena: Da, sigurno da jeste. Zato se njime i bavim. To je moja motivacija. Želim da na neki način promenim društvo i mislim da je društvu to potrebno. Ne znam da li moje priče uvek pomažu ljudima, ali trudim se. Kada dobijem povratnu informaciju, na primer od dece ili nastavnika koji kažu da su pročitali moju knjigu i da su, nakon toga, vodili sjajne razgovore, na primer, sa decom, onda sam zadovoljna, onda sam ispunila svoj zadatak – ne samo prema deci, već uopšteno. Imam potrebu da menjam društvo u pozitivnom smeru.  

Feliks: Da li ti je nekada previše posla ili ti posao nekad stvara stres?    

Milena: Briga za egzistenciju stvara veliki stres, jer su prihodi neredovni. Srećom, u mom slučaju to funkcioniše, jer se finansiram sa više strana. Još uvek imam TV-serije koje se repriziraju, od kojih su neke starije od 10 godina i onda nešto novca kapne i na moj račun. To je odlično. Da nema toga, bilo bi mi jako teško. Nikad ne znate šta će se desiti. Sve je promenljivo. Ne možete da računate na neki novac, pa je teško uplaćivati penziono osiguranje i slično. Nije mi loša finansijska situacija, ali ne mogu ni da stvaram neke velike zalihe. To je najveći faktor stresa. Veliki faktor stresa su i rokovi, kada, na primer, pozorišni komad već stoji na repertoaru. Knjigu još možete i da pomerite, ali film ne možete. Onda morate biti kreativni pod pritiskom, dakle pod pritiskom vremena i novca, što uopšte nije dobro za kreativnost.     

Feliks: Da li su Vaši prihodi dovoljni za život?    

Milena: Ne bi bilo dovoljno da pišem samo knjige ili samo pozorišne komade. Kod mene to funkcioniše, jer radim još i za radio i televiziju. Mnoge kolege koje pišu knjige za decu imaju mnogo književnih večeri. U Nemačkoj postoji razvijena čitalačka kultura i autori putuju po zemlji i čitaju u školama ili u bibliotekama i tako se finansiraju. Jedno vreme sam i ja tako radila.  

Feliks: Da li misliš da bi bila potpuno druga osoba da si izabrala drugo zanimanje?    

Milena: Da, sigurno. Mislim da svako od nas ima različite ličnosti u sebi, a posao je prilika da se izrazi neka od njih. Ja imam i druge strane u sebi i možda bih sa drugim zanimanjem iskazala neku drugu stranu i sve bi bilo drugačije.

 Paul: Šta bi bila?    

Milena: Interesuje me, na primer, psihoterapija ili travarstvo. Možda bih bila ozbiljnija. Ili novinarstvo. Bila bih jača i manje osetljiva. Kada se bavite kreativnim poslom, morate osećati empatiju sa likovima koje izmišljate, morate nekad biti ranjivi i postajete ranjiviji i osetljiviji. Naravno, ne morate, ali mislim da, ako postanete, bolje je ono što radite. Dirne me kada pišem tužnu scenu. Plačem, jer morate ući duboko u sebe i pokazati osećanja. Sve je to deo posla pisca, dok bi to u drugim zanimanjima bilo kontraproduktivno.

   Feliks: Kakav je odnos između posla i slobodnog vremena kod tebe?

   Milena: Teško je razgraničiti to dvoje. Sada radim i kod kuće. Ranije sam uvek imala svoju kancelariju. Bilo mi je jako važno da izađem i odem na posao. Vremenom je nestala ta potreba. Sada to drugačije doživljavam. Ali imam jasno određeno vreme. Na primer, ne radim vikendom i trudim se da imam organizovano vreme tokom dana, jer mi to daje više sigurnosti. Poznajem autore kod kojih je to sasvim drugačije. Oni urone na neko vreme u posao. Ja u slobodno vreme dobijem ideje koje zapišem. Dakle, ne može se sve jasno razgraničiti, ali mislim da je važno da imate vreme kada se isključite i skupljate snagu.  

Feliks: Da li misliš da ovaj posao odgovara tvojoj ličnosti?    

Milena: Sada sam već dugo u ovom poslu i posao je od mene napravio ovo što jesam. Pošto sam preko majke došla do ovog posla i ona me je na početku ohrabrivala, nisam imala osećaj da sam se izborila za nešto o čemu sam sanjala. Nije to bila baš moja ideja, već je podsticaj došao spolja i jedno vreme me je okupirala misao šta bih postala da sam morala da se izborim za to. Upravo kod ovakvog posla ljudi misle da ti je to bio san, ali u mom slučaju nije bilo tako i podsticaj je došao spolja. U početku je to bio izvor prihoda, a onda je postao životni zadatak.   

Feliks: Da li si srećna i ispunjena svojim poslom?  

Milena: Pre godinu dana sam sebi zadala da ne prihvatam rokove i da pišem samo ono što mi je na duši. Od tada sam neverovatno srećna i veoma produktivna. Sada primećujem da me je ranije to kočilo, da sam više mislila na sigurnost i mislila kako moram da zaradim dovoljno novca.

 Paul: Jednom autoru knjiga za odrasle je postavljeno pitanje da li bi mogao da zamisli da piše knjige za decu, a on je odgovorio: „Nikako. To mi je previše odgovornosti.“ Da li osećaš tu odgovornost i kako se nosiš sa tim? Delom i iz finansijskih razloga moraš da pišeš nešto što nisi 100% ti. Da li to osećaš kao konflikt i kako se nosiš sa tim?    

Milena: U vezi sa poslednjim aspektom, dakle da morate da radite nešto što ne želite, moram reći da mi je to poznato i da u takvim situacijama pokušavam da pronađem neko kompromisno rešenje. Na primer, jednom sam dobila zadatak da pišem priče o princezama, a to sadržinski ne smatram ispravnim, to da se uzdiže plemstvo i da se devojčice vaspitavaju da budu roza barbike. Ali u tom trenutku mi je trebao taj zadatak. Zato sam pronašla rešenje, tako da su u priči bile tri sestre čiji su roditelji trgovci na pijaci, dakle nisu plemići. I oni sebi izgrade dvorac, jer su želeli da imaju dvorac i tu živi porodica i zato svi nazivaju devojčice princezama. Svaka od njih ima neku super-moć. Jedna ima moć da stvara prelepe haljine, dakle to je moralo da bude sastavni deo priče o princezama, ali druga ima moć da priča sa životinjama, a treća ima moć da stvori različita oruđa. Zatim sam pokušala da tako uobličim priče da budu privlačne za devojčice, ali i da mogu da izvuku neku pouku. Izdavačkoj kući sam postavila uslov da korice ne budu roza boje. I zaista nisu bile roze, već crvene, ali kasnije izdanje je ipak bilo roze. A što se odgovornosti tiče, to je zanimljivo pitanje, jer deca nemaju tako razvijenu sposobnost prosuđivanja. Mnogo je lakše da se njima manipuliše kroz priče ili, ako neka priča ima tužan kraj, odrasli sebi kažu: „Dobro, to je samo priča.“, ali deci nedostaje ta distanca sa koje se mogu zaštititi i doživljavaju sve mnogo dublje. Zato imam odgovornost, ali morate imati i odgovornost da ne manipulišete decom. Mislim da bi priče za decu trebalo da imaju srećan kraj, ili makar da su utešne i ohrabrujuće. Ne u smislu da se svi problemi uvek rešavaju, ali da se priča može dobro završiti. Želim da podstaknem decu na razmišljanje, ali ne želim da im unapred dam odgovore. Mislim da je i to moj zadatak i treba se prema tome odnositi s odgovornošću. Kritički sam nastrojena i kada u drugim komadima ili pričama vidim da se prikazuje, na primer, kako majke samo kuvaju, a očevi voze kola i slično. U takvim finesama imate mogućnost da to drugačije prikažete i da indirektno delujete.   Paul: Kako dolaziš do tema?  

Milena: To su teme koje dotiču i mene kao odraslu osobu, ali koje postoje i kod dece. U jednom pozorišnom komadu sam, na primer, pisala o načinima selekcije u osnovnoj školi, dakle o uzrastu kada se određuje ko će ići u gimnaziju, ko u stručnu, a ko u opštu školu. U Nemačkoj je to važan trenutak koji određuje čitav život i tiče se i odraslih. Tema mi je bila veoma interesantna, i za odrasle. Napisala sam komad za decu na tu temu, ali želja mi je bila da i odrasli koji pogledaju komad razmisle o svemu tome, da dovedu u pitanje tu selekciju. Način na koji se priča je drugačiji, ali tema je često važna za sve uzraste.      

Feliks/Paul: Hvala!