Parallelbiografien
Serbien – Deutschland

Katrin, Schneiderin, Berlin


Sandra: Wann und wie ist in Ihrem Leben die Entscheidung für Ihren gegenwärtigen Beruf gefallen? Haben Sie sich mit anderen Menschen beraten?

Katrin: Die Entscheidung ist während meines Kunststudiums 2001 in den Niederlanden gefallen. Ich habe damals in der Abteilung “Mixed Media” studiert und fand eines Tages eine herrenlose Nähmaschine die mich in ihren Bann gezogen hat. Seitdem wusste ich, dass ich als Mode- und Kostümdesignerin arbeiten will.

Sandra: Fühlen Sie sich in Ihrem Beruf geschätzt? Empfinden Sie Verantwortung gegenüber Ihrem Beruf? Belastet Sie diese Verantwortung manchmal?

Katrin: Da ich hauptsächlich Maßanfertigungen machen, fühle ich mich schon oft geschätzt in dem was ich tue, da die Kunden/innen über ihre individuell gefertigten Stücke meistens sehr glücklich sind. Durch die enge Zusammenarbeit mit meinen Kunden und dem häufig recht großen Anspruch empfinde ich durchaus Verantwortung gegenüber dem was ich tue. Dies gilt am meisten bei der Anfertigung von Hochzeitskleidern, wo es dann tatsächlich manchmal etwas stressig werden kann und die eigenen Perfektion und natürlich auch der Wunsch, die Kundin glücklich zu machen, zur Belastung werden können. Aber das verbuche ich meistens unter “positivem Stress”.

Sandra: Empfinden Sie Ihre Arbeit als wichtig für die Gesellschaft? Denken Sie darüber nach, welchen Status die Gesellschaft Ihrem Beruf zuordnet? Wie honoriert der Staat den Beruf?

Katrin: Da ich mich viel mit Nachhaltigkeit in der Mode beschäftige und auch dementsprechend meine Stoffe wähle, glaube ich schon, dass meine Arbeit für die Gesellschaft nicht ganz unwichtig ist. Ich versuche die Menschen auf einige Dinge hinzuweisen, die sie vielleicht sonst nicht unbedingt als wichtig empfinden würden. Als Teil der Green Fashion Tours und regelmäßige Anlaufstelle anderer geführter Berlin Touren, spreche ich mit den Menschen über neue Innovationen aus der Textilbranche, erzähle ihnen aber auch, wie sich die Stadt in den letzten 14 Jahren für mich als Gewerbetreibende verändert hat. Deshalb mache ich mir eigentlich nicht direkt Gedanken darüber, welchen Status mein Beruf hat oder ob er vom Staat honoriert wird (bei mir nicht der Fall), sondern freue mich einfach, dass das Interesse für meine Arbeit immer mehr wächst.

Sandra: Wie wird Ihre Arbeit finanziell honoriert? Reicht Ihr Einkommen für das Leben? Halten Sie es für angemessen für Ihre Arbeit?

Katrin: Da ich die Preise individuell kalkuliere, bin ich meistens mit der Bezahlung meiner Arbeit zufrieden. Aber wie es bei Selbstständigen so ist, gibt es manchmal auch finanzielle Engpässe. Glücklicherweise kann ich diese durch Vermietung einer Eigentumswohnung gegebenenfalls ausgleichen.

Sandra: Denken Sie darüber nach, dass es etwas Besonderes ist, dass Sie Ihren Beruf als Frau/Mann ausüben?

Katrin: Nein.

Sandra: Fühlen Sie sich manchmal unterfordert? Was könnte diese Situation verbessern?

Katrin: Nein.

Sandra: Ist Ihnen Ihre Arbeit manchmal zu viel? Macht die Arbeit Sie hin und wieder müde?

Katrin: Manchmal kommt es natürlich vor, dass mehrere Aufträge auf einmal erledigt werden müssen. Da kann es schon mal stressig werden, aber mit den Jahren, lernt man damit umzugehen und irgendwie macht es ja auch Spaß.

Sandra: Fühlen Sie sich durch Ihre Arbeit erfüllt? Passt die Arbeit zu Ihrer Persönlichkeit?

Katrin: Absolut! Ich liebe meine Arbeit und sehe sie auch immer noch als mein Medium, um mich künstlerisch auszudrücken.

Sandra: Wie ist das Verhältnis von Arbeit und Freizeit in Ihrem Leben? Definieren Sie sich über die Dinge, die Sie beruflich leisten oder über Aktivitäten in der Freizeit wie z. B. Sport oder Musik etc.? Sind Sie ehrenamtlich tätig?

Katrin: Meine Arbeit und meine Freizeit stehen in einem sehr ausgewogenen Verhältnis. Manchmal vermischen sich beide sogar, wie zum Bespiel in meinem Garten, wo ich unter anderem auch Färberpflanzen anbaue, mit denen ich dann Stoffe färbe. Ich bin Mitglied in einem Verein, der Kunst aller Disziplinen in Berlin fördert und habe hier lange Zeit ehrenamtlich im Vorstand gearbeitet. Außerdem unterstütze ich seit einiger Zeit ein soziales Projekt, das Frauen in Indien und Kenia hilft, und verkaufe kleine handgefertigte Schmuckstücke und andere Artikel in meinem Laden.

Sandra: Machen Sie noch andere Jobs/Nebenjobs? Beruht das auf finanzieller Notwendigkeit oder auf einem Wunsch nach Ausgleich?

Katrin: Nein.

Sandra: Würden Sie Ihren jetzigen Beruf noch einmal ergreifen? Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie einen anderen Beruf haben?

Katrin: Ich würde meinen Beruf auf jeden Fall immer wieder wählen, könnte mir aber auch vorstellen etwas mit Tieren oder Pflanzen zu machen. Dann würde ich aber bestimmt aber auch trotzdem privat nähen.

Sandra: Bestimmt Ihre Arbeit bzw. Ihr Beruf Ihre Identität? Wie hoch würden Sie den Anteil Ihrer beruflichen Entwicklung an Ihrer Gesamtbiografie einschätzen? Wären Sie ein vollkommen anderer Mensch, wenn Sie eine andere Arbeit hätten?

Katrin: Definitiv! Als ich während meines Studiums mit dem Nähen begonnen habe, entstanden die ersten Arbeiten eigentlich aus der eigenen Identitätsfrage. Generell hat mich meine Arbeit und Neugierde immer sehr getrieben und auch manchmal fast therapeutische Ausmaße angenommen. Deshalb würde ich ganz klar sagen, dass mein Beruf einen ganz wichtigen Teil zu meiner Gesamtbiografie beigetragen hat und auch immer noch trägt und ich sicherlich ein anderer Mensch wäre, wenn ich eine andere, vielleicht nicht so freie Arbeit hätte.

Sandra: Sind Sie in Ihrem Beruf glücklich?

Katrin: Zu 100 Prozent.

Sandra: Danke


Katrin, Krojačica, Berlin


Sandra: Kada i kako ste doneli odluku da se bavite sadašnjim poslom? Jeste li se posavetovali sa drugim ljudima (porodicom) oko toga?

Katrin: Odluka je pala za vreme studija umetnosti 2001. godine u Holandiji. Tada sam studirala na odseku „Mixed Media“ i jednog dana našla mašinu za šivanje koja me je odmah začarala. Od tada sam znala da želim da radim kao modna dizajnerka odnosno dizajnerika kostima.

Sandra: Da li se osećate cenjeno na svom poslu?

Katrin: Pošto uglavnom šijem po meri, često se osećam cenjeno u onome što radim, jer su mušterije uglavnom jako zadovoljne sašivenim komadima. S obzirom na blisku saradnju sa mušterijama i velike zahteve osećam odgovornost prema onome što radim. To važi naročito pri šivanju venčanica, kada zaista može da postane malo stresno i kada lična perfekcija, a naravno i želja da usrećim mušteriju mogu da postanu opterećenje.

Sandra: Da li smatrate da je Vaš posao bitan za društvo? Razmišljate li o tome koji status društvo daje Vašem poslu?

Katrin: Pošto se puno bavim temom „dugotrajnost u modi“ i u skladu sa tim biram materijale, verujem da moj posao nije baš nebitan za društvo. Pokušavam da ljudima skrenem pažnju na neke stvari koje do tada možda nisu smatrali bitnim. Kao član Green Fashio Tours-a i neko kod koga dolaze turisti u okviru projekta Berlin Touren razgovaram sa ljudima o inovacijama u tekstilnoj branši, ali im i pričam kako se grad u poslednjih 14 godina za mene kao privrednika promenio. Zbog toga i ne razmišljam baš direktno o tome koji status ima moj posao i da li ga država plaća (u mom slučaju ne), nego se jednostavno radujem što interesovanje za moj posao sve više raste.

Sandra: Kako je Vaš posao plaćen? Da li su Vaša primanja dovoljna za život? Smatrate li da primanja odgovaraju Vašem poslu?

Katrin: S obzirom na to da ja cene pojedinačno gradim, uglavnom sam zadovoljna platom. Ali kako je to kod samostalnih delatnika slučaj, ponekad dođe i do finansijskog „uskog grla“. Na svu sreću i to mogu da izdržim zahvaljujući kiriji koju dobijam za stan koji izdajem.

Sandra: Da li mislite da je nešto posebno što taj posao radite kao žena?

Katrin: Ne.

Sandra: Da li se osećate nedovoljno uposleno? Šta bi moglo da poboljša tu situaciju?

Katrin: Ne.

Sandra: Da li je Vam je ponekad previše posla? Da li Vas posao ponekad umori?

Katrin: Ponekad se desi da više poslova mora da se završi odjednom. U takvim situacijama može da postane stresno, ali sa godinama se čovek nauči da se nositi sa tim, a u neku ruku je sve to i zabavno.

Sandra: Da li se osećate ispunjeni u svom poslu? Da li taj posao odgovara Vašoj ličnosti?

Katrin: Apsolutno! Ja volim svoj posao i još uvek gledam na njega kao na medij kroz koji ja nalazim svoj umetnički izraz.

Sandra: U kakvom su odnosu posao i slobodno vreme u Vašem životu?

Katrin: Moj posao i moje slobodno vreme su prilično uravnoteženi. Ponekad se čak prepliću, kao na primer u mom vrtu, gde, između ostalog, uzgajam i biljke sa pigmentima, kojima onda bojim tkaninu. Ja sam član jednog udruženja koje potpomaže umetnost svih oblika i dugo sam tu počasno radila u upravi. Osim toga potpomažem već neko vreme jedan socijalni projekat, koji pomaže ženama u Indiji i Keniji, i prodajem mali, ručno rađeni nakit i druge predmete u svojoj trgovini.

Sandra: Da li radite još neke druge, dodatne poslove? Da li to radite iz finansijskih razloga ili iz želje za ravnotežom?

Katrin: Ne.

Sandra: Da li biste se opet odlučili za isti posao? Da li možete da zamislite da radite neki drugi posao?

Katrin: Ja bih se svakako uvek ponovo odlučila za svoj posao, ali mogla bih i da zamislim da radim nešto sa životinjama ili biljkama. Ali i tada bih se sigurno privatno bavila šivanjem.

Sandra: Da li mislite da Vaš rad odnosno posao određuje Vaš identitet? U kojoj meri mislite da je Vaš poslovni razvoj uticao na vaš život? Da li mislite da biste bili potpuno druga osoba kada biste radili drugi posao?

Katrin: Definitivno! Kada sam za vreme studija počela da šijem, prvi moji radovi su zapravo nastali iz ličnog pitanja/ispitivanja identiteta. Generalno su me moj posao i moj znatiželja uvek terali napred, a nekad su čak imali i terapeutsku ulogu. Zato bih jasno rekla, da je moj posao bio i još uvek jeste bitan deo moje sveukupne biografije i da bih sigurno bila drugačija osoba kada bih imala drugi, možda ne tako slobodan posao.  

Sandra: Da li ste srećni u svom poslu?

Katrin: 100 %.

Sandra: Hvala!