Parallelbiografien
Serbien – Deutschland

H., Informatiker/IT, Berlin


Jonas: Wann hast du genau die Entscheidung genau getroffen, IT Administrator zu werden?

H.: Das hat sich sehr spontan ergeben. Mein jetziger Chef, den kenne ich privat. Wir waren ein paar Mal zusammen etwas trinken. Dann hat er mir die Stelle angeboten, und es hat sich alles so ergeben. Die Stelle habe ich angenommen, um es auszuprobieren, weil mich auch privat IT interessiert.

Jonas: Was war der wichtigste Grund dafür, dass du es dann gemacht hast?

H.: Sehr gute Frage. Was war der wichtigste Grund, warum ich das gemacht habe? Ich fand das spannend, eine neue Herausforderung …

Jonas: Hast du dich damals mit anderen Menschen beraten, oder hast du es einfach selbst entschieden, dass du das machen würdest?

H.: Das habe ich selbst entschieden. Ist wahrscheinlich nicht die beste Antwort für dein Interview. Ich empfand das als ein spannendes Feld, wo es nicht schnell langweilig wird.  

Jonas: Und du brauchtest auch keine anderen Meinungen?

H.: Nein, ich habe mich schon oft genug von anderen Leuten irgendwo hineinschieben lassen.

Jonas: Du würdest das wahrscheinlich, so wie ich dich kenne, auch wieder so machen?

H.: Ja.

Jonas: Bist du im Moment happy in dem Beruf?

H.: Ja, definitiv. Ich entwickle mich jeden Tag weiter.

Jonas: Wenn du jetzt die freie Wahl hättest, irgendeinen anderen Beruf machen zu können, würdest du es machen wollen oder nicht?

H.: Ja, ich würde gerne IT-Sicherheitsforscher sein, aber ich habe nicht die richtigen Qualifikationen dafür.

Jonas: Du bist auf der richtigen Spur sozusagen. Du würdest das im Moment nicht komplett wechseln wollen, oder irgendwas Anderes machen wollen?

H.: Nein

Jonas: OK, gut. Ist dein Beruf und die Umgebung typisch für Männer oder für Frauen?

H.: Gute Frage. Leider ist es ein sehr typischer Männerberuf. Es drängen mehr Frauen ins Feld jetzt, aber IT ist noch sehr männerdominiert, auf jeden Fall. Es gibt nur drei Prozent Anteil an Frauen oder so ähnlich.

Jonas: Denkst du manchmal darüber nach, dass es was Besonderes ist, dass du das als Mann machst?

H.: Nein

Jonas: Fühlst du dich an deiner Arbeitsstelle geschätzt im Moment?

H.: Ja, definitiv. Ich habe einen super Chef.

Jonas: Und von den anderen Kollegen, die jetzt nicht dein Chef sind, auch?

H.: Als IT-ler ist man halt oft der Buhmann, aber von meinen Kollegen im IT auf jeden Fall und für die anderen außerhalb, die nicht verstehen, was passiert ist, bin ich halt oft der Buhmann, denn, wenn irgendwas kaputt ist, bin ich immer erst einmal schuld. Ich kann damit leben. Wir lachen darüber.

Jonas: Hast du schon einmal darüber nachgedacht, welchen Status die Gesellschaft deinem Beruf zuordnet?

H.: Welchen Status ... die Gesellschaft …

Anđela: Ja, wie reagiert sie, wenn du sagst, was du machst?

H.: Niemand weiß, was ich genau mache. Bist du auch IT?

Anđela: Nein, ich studiere Germanistik.  

H.: Aa, auch cool.

Anđela: Sind bei dir die Reaktionen mehr positiv oder negativ, oder verwirrt?

H.: Positiv und verwirrt würde ich sagen.

Jonas: Denkst du, dass der Job, den du machst, wichtig für die Gesellschaft ist, oder auch für deine Firma?

H.: Ja, ohne mich würde nichts funktionieren.

Jonas: Wie ist es mit dem Verantwortungsgefühl? Hast du das Gefühl, dass du sehr in Zwang sozusagen bist? Ist es manchmal eine Belastung, der Buhmann zu sein?

H.: Der Buhmann nicht, aber es ist definitiv schon eine Belastung und Verantwortung. Vor einer halben Stunde z. B. ist in Hamburg die Leitung ausgefallen und dann waren wir erst einmal im Rennen beim Herausfinden, woran es lag. Verantwortung ist das schon viel, also, wenn wir einen Fehler machen, liegt ja alles flach.

Jonas: Ist die Verantwortung für dich eine Belastung, oder ist es OK?

H.: Ist halt Druck, aber ich habe mich damit abgefunden.

Jonas: Fühlst du dich manchmal unterfordert von der Arbeit?

H.: Unterfordert? Nein, im Gegenteil. Auch nicht im Gegenteil, ich bin nicht überfordert, aber es gibt sehr viel zu lernen und unterfordert bin ich definitiv nicht. Das ist auch genau das, warum ich in dem Feld bin, weil es da einfach sehr viel zu lernen gibt.

Jonas: Ist das dir auch manchmal zu viel Arbeit und macht es dich müde? Ist dir manchmal alles zu viel?

H.: Tja, was heißt zu viel? Es ist schon manchmal stressig. Du musst ja Deadlines einhalten, aber das ist ein Teil des Jobs.

Anđela: Gibt es Momente, wo du sagst: „Ich will das nicht mehr“?

H.: Nein, das nicht. Es gibt Momente, wo ich halt abends kaputt ins Bett falle, aber jetzt keine Momente, wo ich keinen Bock mehr darauf habe.

Jonas: Honoriert der Staat irgendwie deine Arbeit?

H.: Nein, im Gegenteil.

Jonas: Wie wird deine Arbeit finanziell honoriert? Reicht das Einkommen für dein Leben und findest du es als angemessen und gerecht?

H.: Ja, definitiv. In der IT Branche verdient man gut.

Jonas: Und in deiner Situation?

H.: Ich kriege jetzt nicht so viel, weil ich halt noch beim Lernen bin, aber ich kriege ein ordentliches Gehalt.

Jonas: Wäre es für dich gerechter, wenn man in der Ausbildung auch mehr bekommen würde, weil du jetzt schon seit über einem Jahr da bist. Ich weiß, du lernst noch, aber du kannst schon viel.

H.: Ja, ich würde gern mehr bekommen, aber ich glaube, das ist so bei so einem Ausbildungsverhältnis ₋ ein Geben und ein Nehmen. Im Verhältnis zum ersten Jahr, wo ich noch dar nichts konnte und nur herumgesessen habe, könnte es ein bisschen mehr sein, ja. Wie gesagt, eben ein Geben und Nehmen.

Jonas: Jetzt kommen wir in die Richtung Freizeit und Identität. Was ist für dich wichtiger für deine Persönlichkeit, die Arbeit oder der Teil der Freizeit? Prägt die Arbeit stark deine Persönlichkeit?

H.: Nein, ich würde sagen eher andersrum bzw. dass ich gerade wegen meiner Persönlichkeit anfange mich zu spezialisieren in der Richtung auf der Arbeit, die mich halt persönlich interessiert. Ich sage also eher andersrum und dass ich aufgrund meiner Persönlichkeit gerade in dieser Arbeit gelandet bin.

Jonas: Wärest du ein vollkommen anderer Mensch, wenn du eine andere Arbeit hättest?

H.: Nein. Also ich glaube, weil ich gerade so bin, bin ich hier gelandet.

Jonas: Wie ist bei dir das Verhältnis von Arbeit und Freizeit? Definierst du dich eher über die beruflichen Dinge oder die Aktivitäten der Freizeit wie Sport oder Musik zum Beispiel?

H.: Das ist eine schwierige Frage. Beides ganz ehrlich. Ich könnte nicht sagen, dass ich mich exklusiv nur über meine Freizeit oder meine Arbeit definiere.

Jonas: Letzte Frage schon. Machst du noch andere Jobs, Nebenjobs und wenn ja, warum?

H.: Ich zocke Poker. Das macht mir halt viel Spaß. Ich muss mir noch überlegen, noch etwas zu machen, so nebenbei in meinen Interessenfeldern.

Jonas: Eher aus Interesse oder aus finanzieller Notwendigkeit oder beides?

H.: Beides, aber ich bin ein sehr fauler Mensch. Ich bin deshalb wahrscheinlich auch im IT Feld. Wenn es nur aus Geldnot wäre, dann muss schon echt Geld da sein. Also, eher nicht aus Geldnot, eher aus Neugier.

Jonas/Anđela: Vielen Dank!


H., Informatičar/IT, Berlin

Jonas: Kada si tačno doneo odluku da postaneš IT-administrator?

H.: To se vrlo spontano dogodilo. Lično poznajem svog sadašnjeg šefa. Nekoliko puta smo bili na piću. Onda mi je ponudio ovo mesto i tako se sve to dogodilo. Prihvatio sam posao, da to probam, jer me IT interesuje.

Jonas: Šta je bio glavni razlog da prihvatiš?

H.: Vrlo dobro pitanje. Šta je bio glavni razlog što sam prihvatio? Zaintrigiralo me je, neki novi izazov…

Jonas: Da li si se tada konsultovao sa drugima ili si sam doneo odluku da to radiš?

H.: Sam sam doneo odluku. To verovatno i nije najbolji odgovor za tvoj intervju. Smatrao sam to zanimljivim područjem koje mi neće brzo postati dosadno.

Jonas: A ni drugo mišljenje ti nije trebalo?

H.: Ne, dovoljno često sam dozvoljavao da me ljudi guraju u nešto.

Jonas: Ti bi to verovatno, koliko te poznajem, opet uradio ovako?

H.: Da.

Jonas: Da li si trenutno srećan u svom poslu?

H.: Da, definitivno. Svaki dan napredujem.

Jonas: Da bi sada imao slobodan izbor, da radiš bio kakav drugi posao, da li bi promenio posao ili ne?

H.: Da, voleo bih da budem istraživač IT-sigurnosti, ali nemam odgovarajuće kvalifikacije za to.

Jonas: Dakle, na ispravnom si putu. Dakle, trenutno ne bi skroz promenio smer odnosno da radiš nešto skroz drugo?

H.: Ne.

Jonas: Ok, dobro. Da li je tvoje zanimanje tipično za muškarce ili žene?

H.: Dobro pitanje. Nažalost je to tipično muško zanimanje. Sada se više žena probije u ovo područje, a IT-jem i dalje dominiraju muškarci, svakako. Ima samo tri posto žena, ili tako nekako.

Jonas: Da li ponekad razmišljaš o tome da li je nešto posebno što ti kao muškarac radiš ovaj posao?

H.: Ne.

Jonas: Da li se osećaš cenjeno na svom trenutnom radnom mestu?

H.: Da, definitivno. Imam odličnog šefa.

Jonas: A i od kolega, koji nisu tvoj šef?

H.: Kada si IT-jevac, često si žrtveni jarac, ali kolegama iz IT-ja svakako, a za one izvan koji ne razumeju šta se desilo ja sam žrtveni jarac, jer, ako se nešto pokvari, prvo sam ja taj koji je kriv. Mogu da živim s tim. Smejemo se tome.

Jonas: Da li si nekada razmišljao o tome kakav status društvo pripisuje tvom zanimanju?

H.: Kakav status…društvo…

Anđela: Da, kako ljudi reaguju kada im kažeš čime se baviš?

H.: Niko ne zna šta tačno radim. Da li si i ti IT-jevac?

Anđela: Ne, studiram germanistiku.

H.: Aa, isto kul.

Anđela: Da li su reakcije u tvom slučaju više pozitivne ili negativne ili pomešane?

H.: Pozitivne i pomešane rekao bih.

Jonas: Da li posao koji radiš smatraš važnim za društvo ili za svoju firmu?

H.: Da, bez mene ništa ne bi funkcionisalo.

Jonas: Kako stojiš sa osećajem odgovornosti? Da li imaš osećaj da si pod jakim pritiskom? Da li je to ponekad opterećenje da si žrtveni jarac?

H.: Da sam žrtveni jarac, to ne, ali definitivno je opterećenje i odgovornost u pitanju. Pre pola sata je, na primer, u Hamburgu stao vod, pa smo prvo bili u trku da otkrijemo razlog. To je velika odgovornost, ono, kada mi napravimo grešku, sve staje.

Jonas: Da li je ta odgovornost za tebe opterećenje ili je ok?

H.: Pa, pritisak je, ali pomirio sam se s time.

Jonas: Da li svoj posao ponekad smatraš premalo zahtevnim?

H.: Premalo zahtevnim? Ne, naprotiv. Zapravo, ne naprotiv, nije previše zahtevan, ali ima dosta toga da se uči, pa definitivno nije premalo zahtevan. Upravo to je i razlog što sam u ovom području, jer tu čisto ima dosta toga da se uči.

Jonas: Da li ti je ponekad previše posla, da li te umori? Da li ti je ponekad svega previše?

H.: Pa, šta znači previše? Jeste da je ponekad stresno. Moraš da ispoštuješ rokove, ali i to je deo posla.

Anđela: Da li ima momenata u kojima kažeš „Neću više“?

H.: Ne, to ne. Ima momenata kada uveče mrtav padam u krevet, ali to nisu momenti u kojima više nemam volju za taj posao.

Jonas: Da li država nekako nagrađuje tvoj rad?

H.: Ne, naprotiv.

Jonas: Kako se tvoj posao finansijski nagrađuje? Da li su ti primanja dovoljna za život i da li ih smatraš prikladnim i pravednim?

H.: Da, definitivno. U IT-branši se dobro zarađuje.

Jonas: A u tvojoj situaciji?

H.: Pa, još ne dobijem toliko jer još učim, ali plata mi je dobra.

Jonas: Da li bi u tvojim očima bilo pravednije da čovek dobije više i kad je na obuci, jer sada si ti ovde već više od godinu dana. Znam, još učiš, ali dosta toga već i znaš.

H.: Da, rado bih dobio više, ali mislim da je to tako kad si na obuci – davanje i uzimanje. U odnosu na prvu godinu, kada ništa nisam znao i samo sam sedeo tu, sada bi moglo biti malo više, da. Kao što sam rekao, ipak je to davanje i uzimanje.

Jonas: Sada se približavamo temi slobodnog vremena i identiteta. Šta je po tebi važno za tvoju ličnost, posao ili slobodno vreme? Da li tvoj posao jako utiče na tvoju ličnost?

H.: Ne, rekao bih da je obrnuto odnosno da upravo zbog moje ličnosti počinjem da se specijaliziram za to polje zanimanja koje me lično najviše interesuje. Zato kažem da je više obrnuto i da sam se upravo zbog svoje ličnosti zadesio u ovom poslu.

Jonas: Da li bi bio totalno drugačiji čovek da se baviš drugim poslom?

H.: Ne. Dakle, mislim upravo zato što sam takav zadesio sam se ovde.

Jonas: Kakav je u tvom slučaju odnos između posla i slobodnog vremena? Da li se više definišeš kroz posao ili kroz aktivnosti u svom slobodnom vremenu, poput sporta ili muzike na primer?

H.: To je teško pitanje. I jedno i drugo, da budem iskren. Ne bih mogao reći da sebe definišem isključivo kroz slobodno vreme ili posao.

Jonas: Već smo došli do poslednjeg pitanja. Da li se baviš još nekim, dodatnim poslovima, i ako se baviš, zašto?

H.: Igram poker. To mi je čisto zabavno. Moram još da smislim, šta bih još mogao da radim, onako usput, u  svojim poljima interesovanja.

Jonas: Više iz interesovanja ili iz finansijske nužde ili i jedno i drugo?

H.: I jedno i drugo, ali vrlo sam lenj čovek. Verovatno sam i zato u IT-ju. Da bi samo bilo zbog nedostatka novca, onda bi stvarno trebalo da donosi novac. Dakle, nije toliko zbog nedostatka novca, koliko je iz interesa.

Jonas/Anđela: Hvala puno!